Pfeiffer Vacuum-Firmenzentrale in Asslar

Umsatz- und Gewinnwarnung Pfeiffer Vacuum: Aktie auf Talfahrt

Stand: 25.09.2019, 09:19 Uhr

Ein zweites Mal in diesem Jahr senkt Pfeiffer Vacuum seine Prognose. Offenbar muss der Hersteller für Vakuumpumpen aus dem hessischen Aßlar einige Aufträge verschieben. Die Aktie rauscht in den Keller.

Der Umsatz dürfte 2019 auf 620 bis 640 Millionen Euro sinken, nach 659,7 Millionen im Vorjahr, teilte das SDax-Unternehmen mit. Bereits Mitte Juli hatte die Firma pessimistischer auf das laufende Jahr geschaut. Da war aber immerhin noch 640 bis 660 Millionen Euro angepeilt worden.

Auch bei der Profitabilität ruderte Pfeiffer Vacuum erneut zurück. Die Ebit-Marge dürfte nun bei etwa zehn Prozent liegen, nach 14,4 Prozent ein Jahr zuvor. Bisher war mit 11 bis 14 Prozent gerechnet worden. Grund für die Prognosesenkung sei eine Verschiebung von Aufträgen - insbesondere von Kunden aus dem Halbleiter- und Beschichtungsmarkt. Auftragseingänge, die für das zweite Halbjahr 2019 geplant waren, dürften nun erst in das Geschäftsjahr 2020 fallen.

Anleger enttäuscht

Der zunehmende Pessimismus für das Gesamtjahr wurde von den Anlegern am Mittwochmorgen hart abgestraft: Zu Handelsbeginn brach die Aktie zeitweise um mehr als 14 Prozent ein. Nun könnten wohl zunächst nur Zukäufe des Großaktionärs Busch den Aktien helfen, sagte ein Marktteilnehmer.

Dabei hat das Papier des Vakuumpumpenspezialisten eine wahre Rally hinter sich. Seit Beginn des Jahres kletterte es um etwa 35 Prozent nach oben. Allein seit Anfang August steht nach einem Zwischentief ein sattes Plus von über 28 Prozent, nachdem unter anderem das Bankhaus Lampe hatte den Konzern zu der Zeit von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft hatte.

Jetzt erleidet die Pfeiffer-Aktie allerdings einen Dämpfer. Die Investmentbank Oddo BHF stufte Pfeiffer Vacuum nach der weiteren Gewinnwarnung von "Buy" auf "Reduce" ab. Wirklich überrascht davon zeigte sich Analyst Stephane Houri in einer am Mittwoch vorliegenden Studie nicht. Es sei klar gewesen, dass die Jahresziele von einigen Aufträgen gerade im Halbleiterspeicherbereich und vor allem von Samsung abhingen. Das Unternehmen komme jedoch in jedem Fall ab vom Weg zum mittelfristigen operativen Margenziel von 20 Prozent.

Gewinneinbruch im ersten Halbjahr

"Während ich über die Verschiebung einiger großer Kundenprojekte von 2019 auf 2020 enttäuscht bin, sehen wir weiterhin Stärken in anderen Geschäftsbereichen", sagte Pfeiffer Vacuum-Chef Eric Taberlet. "Unser Engagement für unser strategisches Investitionsprogramm zur Steigerung von Marktanteilen, Umsatz und Ebit-Marge bleibt unverändert, auch wenn wir uns der kurzfristigen Marktvolatilität stellen müssen."

Zuletzt hatte Pfeiffer Vacuum einen Gewinneinbruch verbuchen müssen. Die Rekordzahlen des Vorjahres kann das Unternehmen, das auch im TecDax notiert ist, so nicht erreichen. Das operative Ergebnis (Ebit) sank im ersten Halbjahr auf 32,8 Millionen Euro - ein Minus von 31,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Geringere Skaleneffekte aus Herstellungskosten durch den schwächeren Umsatz und Investitionen zur Umsetzung der Wachstumsstrategie ließen die Marge schrumpfen.

tb