Jameson Whiskey-Flaschen

Jahreszahlen vorgelegt Pernod Ricard: Milliarden mit Jameson & Co

Stand: 29.08.2019, 10:43 Uhr

Der Einstieg des aktivistischen Investors Paul Singer beim französischen Whisky- und Cognac-Hersteller Pernord Ricard zeigt Wirkung: Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 sind Umsatz und Gewinn kräftig gestiegen. Das soll auch den Aktionären zugutekommen.

So will Pernod Ricard den Anlegern auf der Hauptversammlung im November eine Anhebung der Dividende auf 3,12 Euro je Aktie vorschlagen. Damit steigt die Ausschüttungsquote auf 50 Prozent. Zudem will das Unternehmen in den beiden kommenden Geschäftsjahren für eine Milliarde Euro eigene Aktien zurückkaufen, um den Kurs weiter zu befeuern.

Dabei notieren die Papiere bei zuletzt über 170 Euro bereits auf Rekordniveau, sind fast doppelt soviel wert wie noch vor fünf Jahren. Seit dem Einstieg des aktivistischen Aktionärs Paul Singer und seines Hedgefonds Elliott im August 2018 legte der Börsenwert von Pernod Ricard um rund ein Fünftel auf 44 Milliarden Euro zu - kein anderer französischer Standardwert stieg in diesem Zeitraum so stark.

Absolut-Wodka meist verkaufte Marke

Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 legte das operative Ergebnis bereinigt um Wechselkursveränderungen um knapp neun Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu - dank einer eisernen Kostendisziplin und Preiserhöhungen bei seinen meist verkauften Whiskysorten. Dass der Gewinn unter dem Strich um acht Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zurückging, erklärt das Unternehmen mit Sondereffekten.

Zu den umsatzstärksten Marken gehören die Whiskymarken Jameson, Ballantine's und Havana Club. Meist verkauftes Getränk des Konzerns blieb die Wodkasorte Absolut. Getrieben wurden die guten Zahlen von stark wachsenden Verkäufen in China (plus 21 Prozent) und Indien (plus 20 Prozent). Dabei bevorzugen die Chinesen vor allem Cognac der Marke Martell (plus 18 Prozent), während die Inder Whisky bevorzugen. In Europa und den USA stagnierten die Erlöse.

Insgesamt kletterte der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um fünf Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. In Europa stagnierten die Erlöse, in den USA legten sie um zwei Prozent zu. Auch für das laufende Jahr rechnet der in Paris ansässige Konzern mit einer ähnlich starken Fortsetzung der Geschäfte. So werde beim operativen Ergebnis ein um Sondereffekte bereinigtes Plus zwischen fünf und sieben Prozent erwartet.

"Exzellentes Jahr"

Paul Singer, dessen Elliott Fonds 2,5 Prozent der Anteile von Pernod Ricard besitzt, kann also zufrieden sein. Das findet auch Alexandre Ricard, der 47-jährige Enkel von Firmengründer Paul Ricard, der in den 1930er-Jahren das nach Anis schmeckende Getränk Ricard erfand. 2019 sei ein "exzellentes Jahr" gewesen, sagte der Firmenchef. Gleichzeitig habe das Management die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt, verteidigte er sich.

Singer hatte noch Ende 2018 bemängelt, Pernod Ricard sei schwach aufgestellt und müsse die Kosten senken, um im Wettbewerb mit dem Branchenführer und Konkurrenten Diageo aus Großbritannien zu bestehen.

lg