Peloton

Starke Quartalszahlen vorgelegt Peloton: Fitness auch fürs Depot

Stand: 07.05.2020, 15:03 Uhr

Wenn das Fitnessstudio geschlossen hat und die Laufgruppe pausiert, trainieren immer mehr Menschen mit ihren eigenen Fitnessgeräten zu Hause. Davon profitieren Gerätehersteller wie das US-Unternehmen Peloton.

Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres schaffte es das in New York ansässige Unternehmen, seinen Umsatz um zwei Drittel auf 524,6 Millionen Dollar zu steigern. Die Zahl der Abonnenten habe sich mehr als verdoppelt auf 886.000. Die Peloton App wurde in den vergangenen Wochen dem Unternehmen zufolge von 1,1 Millionen Menschen heruntergeladen.

Die Firma verkauft Fitness-Fahrräder mit einem großem Bildschirm. Kunden können für einen monatlichen Beitrag über das Internet an Kursen teilnehmen. Seit November bietet Peloton seine Produkte auch in Deutschland an.

Umsatzanstieg auf 1,74 Milliarden Dollar erwartet

Für das im Juni endende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzanstieg von 89 Prozent auf 1,72 bis 1,74 Milliarden Dollar. Zuvor war Peloton von maximal 1,55 Milliarden Dollar ausgegangen. Auch dürfte die Zahl der Online-Abonnenten bis dahin auf 1,06 Millionen steigen, mehr als doppelt so viele wie Ende Juni 2019.

Der Ansturm auf die Geräte war in den letzten Wochen so groß, dass es Peloton nicht immer möglich war, die Auslieferungen fristgerecht zu erledigen. Hinzu kamen Investitionen in die Fertigung und Logistik, so dass die Verluste im ersten Quartal auf 55,6 Millionen Dollar kletterten, nach 38,6 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

"Fitness zu Hause ist etwas Langfristiges"

Trotz der erweiterten Kapazitäten wird es Finanzchefin Jill Woodworth zufolge auch in den kommenden Wochen noch Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Fitnessgeräte geben, weil die Nachfrage einfach zu hoch sei. Geht das exponentielle Wachstum also weiter?

Deutschland-Chef Martin Richter betonte kürzlich, Peloton sei nicht für Corona gegründet worden. "Sondern für Menschen, die sich generell gern zuhause fit halten und viel Spaß am Sport und dem Gemeinschaftsgefühl haben. Fitness zu Hause ist kein Trend, sondern etwas Langfristiges."

Das sehen offenbar auch die Anleger so. Nach einem heftigen Einbruch im März auf 19,50 Dollar ist der Kurs inzwischen auf über 38 Dollar gestiegen, hat sich also fast verdoppelt.

Schleppender Börsengang

Dabei war der Börsengang Ende September letzten Jahres noch enttäuschend verlaufen. Der erste Kurs lag bei 27 Dollar und damit knapp sieben Prozent unter dem Ausgabepreis von 29 Dollar. Das erst 2012 gegründete Unternehmen hatte die 40 Millionen angebotenen Aktien am oberen Ende der Spanne von 26 bis 29 Dollar auf den Markt gebracht.

Der Emissionserlös lag bei 1,16 Milliarden Dollar. Damit war Peloton das achte Unternehmen im Jahr 2019, das bei seinem Börsengang mehr als eine Milliarde einspielte.

lg