Chinesischer Bankangestellter hinter Geldstapeln zählt Yüan-Scheine

Für 17 Milliarden Dollar Peking lässt wieder Aktien kaufen

Stand: 12.09.2018, 10:46 Uhr

Der Index der Börse Shanghai zeigt seit Monaten nach unten. In den letzten sechs Monaten sind die Kurse um 20 Prozent eingebrochen. Dabei hat Peking milliardenschwere Aktienkäufe befohlen.

Laut der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs hat ein Konsortium aus Regierungsbehörden, staatlich gelenkten Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften im zweiten Quartal an der Shanghaier Börse sogenannte A-Aktien im Wert von umgerechnet 17 Milliarden Dollar gekauft.

Diese unter dem Namen "National Team" bekannte Gruppierung wurde 2015 gegründet, um den damaligen Crash an der Börse zu stoppen. Peking hatte angekündigt, das "Team" werde so lange Aktien kaufen, bis das Vertrauen am Markt zurückgekehrt sei. Ziel sei es, "bösartige Leerverkäufe" zu unterbinden.

Sorgen vor Handelskrieg

Das Team warte, bis die Preise fallen und kaufe sich dann ein, erklärt ein Broker. So sei es vor drei Jahren gewesen und so hätten sich die Akteure auch diesmal verhalten. Tatsächlich kennt die wichtigste Börse Chinas seit Jahresbeginn nur eine Richtung: nach unten. So hat der Index der Börse Shanghai seit Januar knapp 30 Prozent an Wert verloren.

Grund sind vor allem die Sorgen vor einem Handelskrieg mit den USA. Für China ist das Land der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Hinzu kommen Befürchtungen vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums Sollten diese Szenarien also eintreten und höhere Einfuhrzölle zu einem drastischen Exportrückgang führen, würden auch die Gewinne der chinesischen Unternehmen entsprechend sinken. Dies wiederum drückt die Kurse vieler Unternehmen bereits jetzt.

Staat ist größter Börsenakteur

Schätzungen zufolge ist der chinesische Staat seit 2015 einer der größten Akteure im Markt. Peking halte immer noch über sechs Prozent der gehandelten A-Aktien. Nach dem Börsenbeben 2015 hatte das "National Team" zeitweise gut acht Prozent der Aktien eingekauft.

Aktien von A bis H

Eine mit A bezeichnete Aktie mit Notierung in Yuan stammt aus Shanghai, während H-Aktien die in Hongkong gehandelten Papiere bedeuten.

lg