Paypal-Logo und Cursor-Hand auf einem PC-Monitor

Prognosen erstmals seit 2015 verpasst PayPal verdient weniger

Stand: 31.01.2019, 11:46 Uhr

Die erfolgsverwöhnten Aktionäre des Bezahldienstleisters müssen am Donnerstag einen Dämpfer hinnehmen. Nach einem nicht ganz so erfolgreichen vierten Quartal geht es mit dem Titel erst einmal bergab.

Das Kursminus aus dem nachbörslichen US-Handel vom Mittwochabend vollzieht der Titel auch im Frankfurter Handel am Donnerstag nach. Am Mittag liegt er rund 3,5 Prozent unter dem Vortagesschluss.

Allerdings hatte die Aktie auch eine große Fallhöhe: Noch in der Vorwoche hatte sie ein Rekordhoch erklommen. PayPal ist mit seinem Bezahldienst prinzipiell prächtig aufgestellt in einem Umfeld des stetig steigenden Internethandels und -bezahlens.

Schlechter als erwartet

Da passt es naturgemäß nicht ins Bild, wenn PayPal in einem Quartal weniger verdient, wie es im vierten Quartal 2018 geschehen ist. Zudem hat der Konzern damit erstmals seit 2015 in einem Dreimonatszeitraum die Prognosen der Analysten nicht erreicht.

Der Überschuss sank im Quartal von 620 auf 584 Millionen Dollar. Je Aktie verdiente das Unternehmen 0,67 Dollar, erwartet worden waren aber 0,69 Dollar. Der Umsatz liegt allerdings weiterhin im Wachstumsmodus, er kletterte um stattliche 13 Prozent auf 4,23 Milliarden Dollar.

Auch beim Ausblick lieferte PayPal einen seltenen Ausreißer. Für das laufende erste Quartal rechnet man mit Erlösen von 4,08 bis 4,13 Milliarden Dollar. Damit lag die Prognose aber unter den Analystenschätzungen von 4,16 Milliarden Dollar.

Konkurrenz wird groß und größer

Für die vergleichsweise enttäuschenden Ergebnisse und Aussichten dürfte die wachsende Konkurrenz im Bezahlmarkt verantwortlich sein. Die Konkurrenz wie etwa die Bezahlsysteme von Amazon, Amazon Pay oder auch Apple Pay sichern sich ebenfalls Marktanteile. Dazu kommen die Giganten aus China wie Alibabas Alipay oder auch WeChat, eine Smartphone-Bezahlapp des chinesischen Internet-Giganten Tencent. Die Margen dürften auch für die Platzhirsche in der Branche eher kleiner werden.

Paypal war einst eine Tochter von Ebay, wurde aber 2015 komplett von der Mutter abgespalten. Selbst die Zusammenarbeit der beiden Firmen steht inzwischen zur Debatte. Anfang Februar 2018 hat Ebay bekanntgegeben, dass die Zusammenarbeit mit Paypal eingeschränkt wird. Das Internetauktionshaus wird bis 2021 Adyen als neuen primären Zahlungsdienstleister etablieren. Ebay gibt an, diesen Schritt aufgrund der geringeren Gebühren und des einfacheren Preismodells durchgeführt zu haben.

AB