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Für mehr als zwei Milliarden PayPal kauft IPO-Kandidaten

Stand: 18.05.2018, 08:34 Uhr

PayPal will in neue Bereiche vordringen. Der Bezahldienst plant daher eine Milliardenübernahme eines Unternehmens, das eigentlich an die Börse gehen wollte.

Der amerikanische Finanzkonzern will für 2,2 Milliarden Dollar in bar das schwedische FinTech-Unternehmen iZettle übernehmen. Mit der von den Schweden angebotenen Technologie kann PayPal sein Angebot für Zahlungen direkt vor Ort ausweiten. iZettle ist hauptsächlich für ein Kartenlesegerät bekannt, mit dem auch kontaktlos oder per Smartphone sowie Tablet bezahlt werden kann. Damit können Kunden wie auch beim von Twitter-Chef Jack Dorsey gegründeten amerikanischen Konkurrenten Square auch bei kleineren Händlern wie etwa Marktständen bezahlen.

Der Zeitpunkt der Übernahme ist durchaus bemerkenswert. Die im Jahr 2010 gegründete iZettle wollte eigentlich an die Börse gehen. iZettle hatte erst vor wenigen Tagen einen Antrag für einen Börsengang eingereicht, der dem Unternehmen zu einer Bewertung von rund 1,1 Milliarden Dollar 227 Millionen einbringen sollte. PayPal zahlt nun mal eben das Doppelte.

International gut vertreten

iZettle rechnet im laufenden Jahr mit Erlösen von rund 165 Millionen Dollar und einem gesamten abgewickelten Zahlungsvolumen von etwa sechs Milliarden Dollar. Das Unternehmen ist in Europa und Lateinamerika in insgesamt elf Ländern aktiv.

Die Übernahme ist für PayPal wichtig, da die ehemalige Mutter Ebay sich ab Mitte 2020 für den niederländischen Rivalen Adyen als Partner für Zahlungsabwicklungen entschieden hat. Die Verbraucher sollen die PayPal-Funktion aber noch bis mindestens 2023 nutzen können.

Die PayPal reagierte im nachbörslichen Handel positiv auf die Nachricht. Das Papier gewann ein Prozent auf 79,99 Dollar. Damit steigen die Chancen, dass das Papier aus dem charttechnischen Abwärtstrend ausbricht, der seit Ende Januar anhält.

ME