PayPal-Zentrale, San Jose, Kalifornien

Auf Expansionskurs PayPal: Immer größer, immer teurer

Stand: 09.07.2018, 08:40 Uhr

Der Bezahldienst PayPal mausert sich immer mehr zu einem Technologiekonzern. Nach dem Kauf eines Chip-Kartenleseherstellers stehen nun weitere milliardenschwere Übernahmen auf der Agenda.

Bis zu drei Milliarden Dollar jährlich will PayPal für Übernahmen ausgeben, vor allem um sehr spezifisches Know-How zu zu erwerben, sagte Firmen-Chef Dan Schulman dem "Handelsblatt". "Wir haben eine sehr gesunde Bilanz und wir werden diese einsetzen, um weitere Unternehmen zu kaufen".

Bereits im Mai hatte der Konzern für 2,2 Milliarden Dollar den schwedischen Hersteller von Kartenlesegeräten iZettle erworben und seither noch zwei weitere kleinere Übernahmen gestemmt. Auch größere Projekte hält Schulman für möglich. "Ich würde es nicht ausschließen, dass wir auch einen größeren Deal angehen, wenn es strategisch und finanziell passt", sagte er.

Zahlreiche Partnerschaften in Deutschland

Strategisch gesehen sei PayPal jedoch nicht darauf angewiesen, weil das Unternehmen immer mehr Partnerschaften eingehe. "Allein in den vergangenen 18 bis 24 Monaten haben wir 25 große Kooperationen mit Tech-Firmen wie Google, Microsoft und Alibaba sowie mit diversen Finanzdienstleistern angekündigt."

Auch in Deutschland, wo PayPal bereits gute Partnerschaften mit der Deutschen Bank und anderen Geldhäusern habe, seien weitere Kooperationen geplant. "Wir wollen das weiter ausbauen", kündigte Schulman an.

Aktie im Aufwind

PayPal befindet sich seit der Abspaltung von Ebay im Aufwärtstrend. Die Aktie hat im Jahresvergleich um 50 Prozent zugelegt. Selbst in diesem, insgesamt schwierigen Börsenjahr ging es gut zehn Prozent aufwärts. Das Unternehmen profitiert vom Boom des Internethandels und dem damit verbundenen weltweiten Trend zum Bezahlen per Smartphone.

lg