Paypal-Logo und Cursor-Hand auf einem PC-Monitor

Aktie auf Talfahrt PayPal-Ausblick enttäuscht

Stand: 01.02.2018, 10:30 Uhr

Eigentlich waren es keine schlechten Zahlen, die der Bezahldienst PayPal präsentierte. Aber Börse kann grausam sein, die Ergebnisse waren nicht gut genug. Da folgt die Strafe auf dem Fuß.

An der Nasdaq knickte die PayPal-Aktie nach den Quartalszahlen um über elf Prozent auf 72,82 Dollar ein. Während der regulären Handelsstunden hatte die Aktie noch 1,84 Prozent auf 85,32 Dollar zugelegt. Der heftige Ausverkauf zeigt, wie hoch die Erwartungen beim boomenden Bezahldienst PayPal im Vorfeld waren - und was passieren kann, wenn es an irgendeiner Stelle hakt.

Zahlen gut, Ausblick enttäuscht

Es war besonders der Ausblick, der den Investoren nicht gefiel. PayPal stellt für 2018 einen Umsatzanstieg auf 15 bis 15,25 Milliarden Dollar in Aussicht nach 13,21 Milliarden Dollar 2017 - immerhin ein Zuwachs im Jahresvergleich von 21 Prozent. Aber am Markt wurden noch bessere Prognosen erwartet, weshalb die Aktie in den Keller ging.

PayPal-Logo

PayPal. | Bildquelle: Unternehmen

Sonst aber liest sich das Zahlenwerk wie zuletzt meist sehr gut, was dann eben die Erwartungshaltung des Marktes kontinuierlich nach oben treibt. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,55 Dollar über den Analystenschätzungen von 0,52 Dollar. Absolut waren das 620 Millionen Dollar nach 390 Millionen im Vorjahr.

Auch beim Umsatz wurde das Klassenziel übertroffen. Erlöst wurden im Quartal 3,74 Milliarden Dollar, die Prognose lag bei 3,63 Milliarden. Damit steigen die Umsätze im Quartal im Jahresvergleich um 26 Prozent. Insgesamt stieg das abgewickelte Zahlunsgvolumen 2017 um 27 Prozent auf 451 Milliarden Dollar und die Anzahl der neuen Kundenkonten um 61 Prozent auf 8,7 Millionen zum Quartalsende.

Firmenchef Dan Schulman erklärte, das Jahr 2017 sei für PayPal ein Übergangsjahr gewesen. "Wir haben eine Rekordanzahl neuer Kunden auf unsere Plattform gebracht und unsere Dienstleistung sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden geöffnet." PayPal bietet auf einer offenen Plattform diverse Dienste an, so auch Kontoführungsdienste oder Kredite.

Ebay als Kunde verloren

Negativ aufgenommen wurde auch, dass PayPal mit seiner ehemaligen Konzernmutter Ebay einen wichtigen Kunden verliert. Ebay habe sich für die niederländischen Adyen als Partner für Zahlungsabwicklungen entschieden, hieß es im Zuge der Veröffentlichung der Zahlen. Der Vertrag mit Ebay läuft Mitte 2020 aus. Die Verbraucher sollen die PayPal-Funktion aber noch bis mindestens 2023 nutzen können.

Den Verlust von Ebay als Kunden versuchte Schulman zu relativieren. Das Geschäft mit anderen Unternehmen sei zuletzt viel schneller gewachsen. Der Verlust werde "durchaus zu managen sein", auch wenn Ebay ein wichtiger Kunde sei. PayPal werde künftig als Bezahloption in Disney-Läden und bei der Fernseheinkaufsplattform QVC nutzbar sein, sagte Finanzchef John Rainey.

rm