Hauptsitz der Dufry Group in Basel, Schweiz

Neuer Großaktionär für Dufry Paul Singer macht jetzt auch in Duty-Free

Stand: 20.12.2017, 09:31 Uhr

Der weltweit größte Betreiber von Duty-Free-Shops, Dufry, ist ins Visier verschiedener Großaktionäre geraten. Dazu zählt jetzt auch der aktivistische Investor Paul Singer.

Der Betreiber des Hedgefonds Elliott hat 5,57 Prozent der Dufry-Aktien erworben, wie aus einer Pflichtmitteilung vom Morgen hervorgeht. Damit befindet sich Paul Singer in guter Gesellschaft.

Erst im Mai hatte sich der Luxusgüterkonzern Richemont eine Beteiligung von fünf Prozent an Dufry gesichert. Für Analysten kam der Einstieg überraschend. Der Luxusgüterkonzern suche damit eine Möglichkeit, um sich im rasch wachsenden Reiseeinzelhandel einen neuen Absatzmarkt zu sichern, schätzt René Weber von der Bank Vontobel. Andere Analysten vermuten dagegen ein rein finanzielles Investment.

Auch HNA ist beteiligt

Paul Singer beim World Economic Forum in Davos, 2013

Paul Singer. | Bildquelle: World Economic Forum.swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger

Ende April war die chinesische Holding HNA mit einem deutlich größeren Anteil von 16,79 Prozent bei Dufry eingestiegen, und hat ihn bis heute auf 20,92 Prozent ausgebaut. Und nun Paul Singer. Der US-Investor ist hierzulande durch sein Engagement bei Stada und zuletzt bei dem Energieunternehmen Uniper in den Fokus der Anleger geraten.

Auch in der Schweiz ist Singer kein unbeschriebenes Blatt. Im Jahr 2011 scheiterte er mit dem Versuch der Übernahme des Biopharma-Unternehmens Actelion, das in diesem Jahr von Johnson&Johnson aufgekauft wurde. Außerdem hielt er zwischenzeitlich einen Anteil an der Beteiligungsgesellschaft BB Biotech.

Aktie zuletzt unter Druck geraten

Der Einstieg bei Dufry erfolgt zu einem Zeitpunkt, nachdem der Aktienkurs des in Basel ansässigen Unternehmens innerhalb eines halben Jahres fast 25 Prozent an Wert verloren hat. Dabei hat das Unternehmen seine Ergebnissschwäche des Vorjahres überwunden. In den ersten neun Monaten dieses Jahres erzielte Dufry ein Ebitda von 743,6 Millionen Schweizer Franken (plus 11,9 Prozent) bei einem Umsatz von 6,27 Milliarden.

Das Unternehmen gilt aber nach diversen Zukäufen in den vergangenen Jahren als hoch verschuldet. So hat Dufry 2014 den Schweizer Konkurrenten Nuance für 1,55 Milliarden Franken übernommen. Im Jahr 2015 folgte der Kauf der italienischen Firma World Duty Free für 3,6 Milliarden Euro. Geprüft wird derzeit ein Börsengang der Nordamerika-Tochter.

Dufry betreibt weltweit rund 2.200 Duty-free- und Duty-paid-Läden, vor allem an Flughäfen. Mit einem Marktanteil von 24 Prozent sind die Basler globaler Marktführer in der Branche. An der Börse kommt der Einstieg von Singer gut an: die Dufry-Aktie legt am Vormittag um über drei Prozent zu.

lg