Patek Philippe 18 Karat Luxus-Golduhr

Dementi vom Chef Patek Philippe steht doch nicht zum Verkauf

Stand: 24.03.2019, 16:49 Uhr

Seit Wochen gibt es Gerüchte, dass Rolex den Schweizer Uhrenhersteller Patek Philippe schlucken will. Nun hat der Chef des Familienkonzerns öffentlich Verkaufsabsichten dementiert.

Auf der weltgrößten Uhren- und Schmuckmesse Baselworld erklärte Patek-Präsident Thierry Stern gegenüber Bloomberg. "Es ist sicher nicht in unserem Plan, Patek zu verkaufen." Es bleibe die Absicht des Unternehmens, den Weg weiter selbständig zu verfolgen. Thierry Stern hofft, dass eines Tages seine Kinder das Familienunternehmen erben. "Wenn es nicht meine Kinder sind, dann wird es einen neuen Chef geben."

War Rolex an Patek interessiert?

Vor zwei Monaten hatte die Berenberg Bank Spekulationen geschürt, dass die Familie Stern Patek Philippe verkaufen würde. Analystin Zuzanna Pusz hatte in den Gängen des Genfer Uhren-Salons SIHH das Gerücht über einen bevorstehenden Verkauf der Uhren-Marke aufgeschnappt. Als möglichen Kaufkandidaten sah sie laut "Handelszeitung" eines der größten Luxus-Konglomerate, also LVMH oder Kering. Gut zehn Milliarden Dollar müsste ein Käufer auf den Tisch legen.

Rolex-Uhren

Rolex-Uhren. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Öl ins Feuer goss kurz darauf das Uhren-Branchenportal "Watchpro". Angeblich solle Rolex am Kauf von Patek interessiert sein, meldete das Portal unter Berufung auf Insider. Patek Philippe erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Franken und gilt als größter Schweizer Uhrenhersteller in Familienbesitz. Rolex ist mit einem geschätzten Umsatz von fünf Milliarden Franken die größte Uhrenmarke der Schweiz.

Schweizer Uhrenindustrie exportiert sechs Prozent mehr

Nach zuletzt mageren Jahren geht es der Schweizer Uhrenbranche wieder deutlich besser. 2018 exportieren sie Uhren im Wert von 21,2 Milliarden Franken – das sind 6,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Allerdings schwächte sich das Wachstum im zweiten Halbjahr deutlich ab. Denn die wichtigsten Kunden, die Chinesen hielten sich zurück. Die Konjunkturabkühlung im Reich der Mitte und der Handelsstreit mit den USA bremsten die Nachfrage.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres hielt die Kaufflaute in China an. Dagegen explodierte die Nachfrage in Großbritannien. Im Februar lieferten die Schweizer 58 Prozent mehr Uhren auf die Insel, weil die Händler aus Angst vor drohenden Lieferengpässen infolge des Brexits ihre Lager füllen.

LVMH-Manager optimistisch für 2019

Trotz der Unsicherheiten mit Blick auf China rechnet Jean-Claude Biver, der bis vor kurzem das Uhrengeschäft des französischen Luxusgüterkonzern LVMH geführt hat, in diesem Jahr mit einem Exportplus von drei bis fünf Prozent, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", am Samstag. LVMH profitiere davon, dass man mit Marken wie Hublot, Zenith und Bulgari im oberen Preissegment des Marktes unterwegs sei. Auch Ricardo Guadaloupe, Chef der Schweizer Uhrenmarke Hublot, prophezeit ein gutes Jahr für die Uhrenbranche.

Tatsächlich läuft der Verkauf teurer mechanischer Uhren deutlich besser als der von preiswerten Quarzuhren. Die Marken Swatch und Tissot, die in einem mittleren Preissegment positioniert sind, leiden teilweise unter der Konkurrenz der vielen neuen Smartwatches. Einige Anbieter wie LVMH oder Frédérique Constant haben eine Smartwatch auf den Markt gebracht. Die Marktführerschaft von Apple konnten sie aber nicht brechen.

nb