Paketzentrum von Deutsche Post und DHL

Profiteur der Läden-Schließungen? Paketflut bei der Post wie vor Weihnachten

Stand: 07.04.2020, 19:03 Uhr

Ja, is denn heut' scho Weihnachten? Die Deutsche Post verzeichnet kurz vor Ostern einen deutlichen Anstieg der Paketmengen. Trotzdem gibt sie ihre Jahresprognose auf.

Wie auch viele andere Großkonzerne rückt die Deutsche Post von ihrer Prognose für das laufende Jahr ab. Der Vorstand habe entschieden, wegen der ungewissen Folgen der Corona-Pandemie die bisherige Ergebnisprognose nicht mehr aufrecht zu erhalten, teilte der Logistikkonzern am Abend mit. Die Post bestätigte aber ihre mittelfristige Prognose für ein Konzern-Ebit von mindestens 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2022.

Pandemie drückt Quartalsergebnis

Wie sehr die Ausbreitung des Coronavirus in der Welt das Geschäft belastet, zeigen vorläufige Zahlen zum ersten Quartal. Demnach drückte Corona das Ergebnis um rund 200 Millionen Euro. Hinzu kamen Belastungen von 230 Millionen Euro für die Neuausrichtung der StreetScooter-Aktivitäten. Dadurch sank das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf rund 590 Millionen Euro. Ohne diese Faktoren wäre das operative Ergebnis auf rund einer Milliarde Euro gelegen - etwa 200 Millionen Euro mehr als das bereinigte Vorjahresergebnis.

Hoffnung macht indes das gute vorösterliche Geschäft. Die Post verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Paket-Mengen in Deutschland. Sie lägen mittlerweile sehr spürbar über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, erklärte ein Sprecher. Die Paket-Mengen hätten gar schon Vorweihnachtsniveau erreicht. Gerade auch kleine Händler setzten verstärkt auf DHL, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale durch die Coronakrise an den Verbraucher zu bringen.

Hauptversammlung verschoben

Die für den 13. Mai geplante Hauptversammlung der Post soll auf einen späteren Termin in diesem Jahr verschoben werden. Wenn die Pandemie-Lage eine Präsenz-Hauptversammlung auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht erlaube, werde man zu einer virtuellen Hauptversammlung ohne anwesende Aktionäre einladen.

Die Aktien der Post legten im späten Handel zeitweise um gut 2,5 Prozent zu. Zuvor waren sie nahezu unverändert aus dem Xetra-Handel gegangen. Seit Jahresbeginn haben die "Aktien Gelb" gut 23 Prozent an Wert verloren.

nb