Rote Osram-Schriftzüge
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Investitionen belasten Erträge Osram will mehr LED-Licht

Stand: 07.02.2018, 09:17 Uhr

Der MDax-Konzern investiert massiv in seine optoelektronischen Produkte, die etwa in Smartphones oder Autos zum Einsatz kommen. Dafür stellt das Unternehmen Anleger auf Belastungen ein. Die finden das Zahlenwerk und den Ausblick aber dennoch erfreulich.

Die Aktie der ehemaligen Siemens-Tochter legt im frühen Mittwochshandel um rund drei Prozent zu und ist damit einer der Spitzenreiter im MDax. Dabei hat Osram im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2018 (Oktober bis Dezember) einen Rückgang des Nettogewinns um fast ein Viertel auf 70 Millionen Euro hinnehmen müssen.

Neues Werk fährt hoch

Das allerdings war weniger schlimm als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Operativ, also vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging es um vier Prozent auf 172 Millionen Euro bergab. Das Unternehmen hatte einerseits mit negativen Wechselkurseffekten zu kämpfen. Andererseits belasteten deutlich höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung das Ergebnis. Dazu kamen Aufwendungen für das Hochfahren eines neuen Werkes in Kulim in Malaysia.

Osram-Chef Olaf Berlien stellte die Anleger und Analysten wegen der Investitionen in das angestrebte Wachstum im LED-Bereich auf ein Übergangsjahr ein, in dem "die Basis für die Zukunft" weiter ausgebaut werde. Die sieht das Management vor allem in diesem Segment, das derzeit bereits für rund zwei Drittel der Erlöse verantwortlich ist. Insgesamt sollen die Kosten einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen. Nicht zuletzt belasten auch negative Währungseffekte, vor allem durch den schwachen Dollar, die Ergebnis- und Umsatz ausbeute.

Ebitda-Prognose erfreut

Die Erlöse steigerte Osram im Quartal um 3,5 Prozent auf 1,03 Milliarden Dollar. Dass die Geschäft im zweiten Geschäftshalbjahr anspringen werden, wie von Berlien in Aussicht gestellt, zeigen die Unternehmens-Prognosen. Im Gesamtgeschäftsjahr soll danach der Umsatz um 5,5 bis 7,5 Prozent steigen, also deutlich stärker als in Q1. Und Operativ peilt man ein Ergebnis im Bereich von 700 Millionen Euro an. Auch dies wurde am Morgen wohlwollend von den Beobachtern zur Kenntnis genommen.

Die Osram-Aktie hat sich auf Jahressicht deutlich besser geschlagen als der MDax. Binnen der letzten zwölf Monate konnte der Titel fast 25 Prozent zulegen, doppelt so stark wie der Index.

AB