Nächtlich beleuchtete Osram-Zentrale in München

Rückkehr in die Gewinnzone Osram leuchtet wieder schwarz

Stand: 06.02.2020, 10:28 Uhr

Der Münchner Lichttechnik-Konzern ist gut gerüstet für die Übernahme durch die österreichische AMS. Im abgelaufenen Quartal kehrte Osram zurück in die schwarzen Zahlen - allerdings nur dank eines harten Sparkurses.

Für den österreichischen Sensorspezialisten AMS könnte sich der Mega-Deal nun doch schneller als geplant auszahlen. Osram ist wieder profitabel. Nach einem verlustreichen Jahr 2019 erzielte der MDax-Konzern im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs 2019/20 (bis Ende Dezember) unter dem Strich wieder einen leichten Gewinn von sieben Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch ein Defizit von 81 Millionen Euro gegeben. Auch im fortgeführten Geschäft verbuchte Osram mit einer Million Euro wieder ein leichtes Plus nach Steuern.

Ergebnis deutlich verbessert

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um über ein Fünftel auf 114 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge kletterte auf 13 Prozent nach 11,3 Prozent ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 5,5 Prozent auf 873 Millionen Euro. Sondereffekte herausgerechnet stagnierten die Erlöse aber.

Trotz der anhaltenden Schwäche der Automärkte konnte Osram in der wichtigen Automotive-Sparte zulegen. Auch in der LED-Sparte Opto Semiconductors und in der Digitalsparte stiegen die Erlöse. Ungeachtet dessen verwies der Konzern darauf, dass die Konjunkturaussichten nach wie vor unsicher seien. Im vergangenen Jahr hatte Osram massiv unter dem weltweiten Abschwung der Elektronikbranche gelitten. Nachlassende Produktionszahlen von Autoindustrie und Smartphoneherstellern machten dem Unternehmen zu schaffen, da beide zu den wichtigsten Kundengruppen gehören.

Sparmaßnahmen greifen

Die eingeleiteten Sparprogramme zeigten bei der Profitabilität Wirkung. Vor allem im Halbleitergeschäft wurde eine deutliche Erholung der Renditen verzeichnet. Zudem profitierte Osram von höheren Produktionsvolumina und positiven Effekten aus der Umstellung auf einen neuen Rechnungslegungsstandard. Konzernchef Olaf Berlien zeigte sich mit dem ersten Quartal entsprechend zufrieden. Das Management habe mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung der wichtigsten Absatzmärkte rechtzeitig gegengesteuert.

Die Jahresprognose bestätigte der Konzern. Demnach erwartet Osram unverändert einen stagnierenden Umsatz und eine Umsatzrendite von neun bis elf Prozent.

Aktien leicht im Plus

Die Quartalszahlen und der bestätigte Ausblick ließen die Anleger relativ kalt. Die Aktien von Osram konnten am Vormittag nur leicht um 0,7 Prozent zulegen. 2019 waren die Papiere im Zuge des monatelangen Übernahmekampfes um rund 16 Prozent angezogen.

Osram wird vom österreichischen Sensorhersteller AMS übernommen. AMS hat nach langem Ringen rund 60 Prozent der Osram-Aktien eingesammelt und rechnet mit einem Abschluss der Transaktion bis spätestens Ende Juni. So lange könnte es dauern, bis Kartellbehörden weltweit das Vorhaben genehmigt haben.

nb