Osram Zentrale

Aktie mit Erleichterungs-Sprung Osram besser als befürchtet

Stand: 01.08.2018, 10:30 Uhr

Umsatzrückgang, Gewinneinbruch - und dennoch steigt die Osram-Aktie am Mittwoch an die MDax-Spitze. Das Unternehmen hat sich dank harter Einsparungen und Spartenverkäufen besser geschlagen als gedacht.

Im dritten Quartal (bis Ende Juni) sank das operative Ergebnis des Lichtkonzerns um 23 Prozent auf 133 Millionen Euro. Das allerdings war mehr als die Analysten im Schnitt erwartet hatten. Osram hatte erst im Juni zum zweiten Mal seine Umsatz- und Gewinnprognosen nach unten korrigiert, nun scheint man aber langsam wieder auf Kurs zu kommen.

Der Umsatz ging im Quartal vor allem wegen ungünstiger Währungseinflüsse um knapp vier Prozent auf 1,02 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um diese Effekte hätten die Erlöse immerhin stagniert. Nach neun Monaten kommt Osram nun auf Erlöse von 3,1 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 147 Millionen Euro.

Einsparungen und Spartenverkauf

Um die Zukunft wieder profitabler zu gestalten, hat sich der MDax-Konzern einerseits ein hartes Sparprogramm verschrieben. Geplante Einsparungen von rund 140 Millionen Euro bis zum Jahr sollen erreicht werden. Dazu trennt sich das Unternehmen nun auch vom verlustträchtigen Beleuchtungsgeschäft, wie bereits am Dienstag mitgeteilt wurde. Das auf Großprojekte wie die Beleuchtung von Fußballstadien und Flughäfen bis hin zum Petersdom spezialisierte Geschäftsfeld beschäftigt knapp 1.500 Mitarbeiter, davon rund 820 im oberbayerischen Traunreut. Die Sparte "Lichtlösungen und Systeme", zu dem es gehört, schrieb auch im dritten Quartal rote Zahlen.

Damit steht bereits der dritte Spartenverkauf bei Osram an. Auch das Traditionsgeschäft mit Glühbirnen war bereits unter den Hammer gekommen. Nun will sich Osram als Technologiekonzern neu aufstellen und sich vor allem auf einträglichere Geschäfte im Auto- und Smartphonebereich spezialisieren.

Aktie noch im Kurstal

Der Markt scheint die Zahlen und Sparanstrengungen gutzuheißen. Die Aktie hält sich am Vormittag beharrlich an der MDax-Spitze. Auf Jahressicht notiert der Titel aber immer noch rund 40 Prozent im Minus. Osram wird erst zeigen müssen, dass die Gewinne tatsächlich wieder stärker sprudeln.

AB