Firmensitz des amerikanischen Software-Unternehmens Oracle im
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Aktie bricht nach Zahlen ein Oracle: Wehe, wenn Anleger zu viel erwarten

Stand: 20.03.2018, 08:45 Uhr

Das Cloud-Geschäft ist der größte Wachstumstreiber von Unternehmen wie SAP oder Oracle. Die daran geknüpften Erwartungen können aber nicht immer erfüllt werden, wie die jüngsten Zahlen von Oracle zeigen. Und noch etwas hat die Bilanz des Konzerns verhagelt.

Die Aktie des Software-Riesen ist jedenfalls am Abend nach US-Börsenschluss um sechs Prozent eingebrochen. Der Konzern hatte zwar einen Umsatzanstieg in der Sparte für ausgelagerte Internet-Dienste von 31,7 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Analysten hatten allerdings im Schnitt mit 1,59 Milliarden Dollar gerechnet. Das setzte die Aktie unter Druck.

Für das dritte Geschäftsquartal bis Ende Februar gab Oracle einen Gesamtumsatz von 9,77 Milliarden Dollar bekannt, eine Zunahme von 6,1 Prozent. Auch hier hatten Experten eine etwas größere Summe erwartet. Das Cloud-Geschäft ist zwar der größte Wachstumstreiber des Unternehmens. Allerdings ist Oracle hier vergleichsweise spät eingestiegen und versucht nun, Boden insbesondere gegenüber Amazon und Microsoft gutzumachen.

Aufbruch in die Cloud

Cloud-Software wird nicht mehr auf Rechnern installiert, sondern ist über das Internet jederzeit auch von Mobiltelefonen oder Laptops verfügbar. Das macht die Software-Nutzung einfacher und kostengünstiger. Und - je nachdem, wo der Cloud-Server steht - auch sicherer, heißt es. Bezahlt wird meist über eine regelmäßige Abo-Gebühr, weshalb man auch von Mietsoftware spricht.

Belastungen durch US-Steuerreform

Zu allem Unglück wurde Oracle im zurückliegenden Quartal auch noch von der US-Steuerreform belastet. Oracle musste zum Jahresende wegen der neuen US-Steuergesetze eine einmalige Abschreibung von 6,9 Milliarden Dollar vornehmen. In den drei Monaten bis Ende Februar fiel unter dem Strich ein Minus von 4,0 Milliarden Dollar an. Im Vorjahreszeitraum hatte der SAP-Rivale noch einen Gewinn in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar gemacht. Ohne Sonderfaktoren lag der Gewinn bei 83 Cent je Aktie, Experten hatten mit 72 Cent gerechnet.

Im laufenden Jahr rechnet Oracle mit einem Gewinn je Aktie von 92 bis 95 Cent. Analysten gehen hier bisher von 90 Cent aus. Den Erlös will das Unternehmen um ein bis drei Prozent steigern. Experten sagen ein Plus am oberen Ende dieser Spanne voraus.

Aktie kommt nicht voran

Bereits im Vorquartal hatte sich bei Oracle das Cloud-Geschäft mit IT-Diensten im Internet schwächer entwickelt als erwartet und die Aktie unter Druck gesetzt. Damit wird das Unternehmen an der Wall Street heute kaum höher bewertet als vor sechs Monaten.

lg