Cloud-Geschäft enttäuscht Oracle wächst nicht schnell genug

Stand: 18.09.2018, 08:45 Uhr

Der SAP-Rivale setzt zwar kompromisslos auf die Datenwolke, doch die wächst bei Oracle offenbar nicht so, wie Anleger sich dies wünschen. Die Aktie des US-Software-Giganten rutschte am Abend nach US-Börsenschluss bedrohlich ab.

Um bis zu sechs Prozent verlor der Titel im nachbörslichen Geschäft, nachdem Oracle seines Quartalsbilanz nach Ende des regulären Handels verkündet hatte. Der Kurseinbruch wird im deutschen Handel ebenfalls Auswirkungen haben: Die SAP-Aktie dürfte mit Verlusten zwischen einem und zwei Prozent starten. Da SAP-Wiederum eines der Schwergewichte im Dax ist, könnte auch der gesamte Index zum Beginn des Handels am Dienstag ein gebremst werden.

Umsatzerwartungen verfehlt

In den drei Monaten bis Ende August hat Oracle seinen Umsatz um ein Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar gesteigert. Analysten hatten im Schnitt aber mit knapp 9,3 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen weist seit dem Vorquartal seine Umsätze aus dem Cloud-Geschäft zusammen mit den Erlösen aus dem Verkauf von Software-Lizenzen aus.

Oracles Nettogewinn stieg im Quartal um sechs Prozent auf 2,27 Milliarden Dollar. Je Aktie verdiente der Konzern 71 Cent. Dies lag in etwa sogar leicht über den Erwartungen der Anlaysten.

Konkurrenz in der Datenwolke wird größer

Im schnell wachsenden Geschäft mit der Auslagerung von Rechendiensten vieler Unternehmen an externe Rechenzentren, scheint die Luft nach einer stürmischen Verteilung des Marktes inwischen dünner zu werden. Oracle und auch SAP sind der harten Konkurrenz von Giganten wie Microsoft oder Amazon ausgesetzt. Auch der Software-Rivale von SAP und Oracle, Salesforce, mischt kräftig in dem Metier mit.

Als belastend für die Oracle-Aktie dürfte auch eine rasche Reaktion der US-Investmentbank Goldman Sachs gewirkt haben. Diese hat ihr Kursziel für Oracle nach den Zahlen zwar nur marginal von 56 auf 55 US-Dollar gesenkt und die Aktien auf der "Conviction Buy List" belassen. Die Fortschritte des Softwarekonzerns bei seinem Wandlungsprozess "dauerten länger als erhofft", schrieb Analystin Heather Bellini aber in einer am Dienstag vorliegenden Studie.

Die Aktie lief seit Wochen in einer Seitwärtsbewegung an der 50-Dollar-Marke. Mit dem Kursrutsch vom Montagabend dürfte die Richtung für den Titel nun eher nach unten zeigen.

AB