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Nix da "Wolke sieben" Oracle fällt in Ungnade

Stand: 15.12.2017, 07:00 Uhr

Der SAP-Konkurrent Oracle ist auch im abgelaufenen Quartal gewachsen. Doch Anleger hatten mehr erwartet. Die Aktie bricht ein.

Die Oracle-Aktie büßte nach dem Ende des regulären Handels an der NYSE außerbörslich 6,6 Prozent auf 46,88 US-Dollar ein. Sollte der Kurs der Oracle-Aktie auch heute an der NYSE in diesem Bereich eröffnen, droht ihr weiteres Ungemach. Denn im Bereich von 47,50 bis 48,00 Dollar verläuft eine sehr wichtige charttechnische Unterstützung. Sollte diese reißen, hätte der Kurs vermutlich weiteres deutliches Abwärtspotenzial.

Doch was ist eigentlich passiert? Die neuesten Quartalszahlen des kalifornischen Unternehmens machen auf den ersten Blick eigentlich einen soliden Eindruck. In der aufstrebenden Cloud-Sparte kletterten die Erlöse im zweiten Quartal um 44 Prozent auf 1,52 Milliarden Dollar.

Beim Cloud-Computing werden IT-Produkte wie Anwendungsprogramme oder Speicherplatz nicht mehr im System des Kunden vorgehalten, sondern über das Internet abgerufen. Der Bereich gilt trotz einer harten Konkurrenz durch Konzerne wie Amazon, Microsoft oder Salesforce als besonders zukunftsträchtig. Entsprechend hoch sind daher auch die Erwartungen und damit auch das Enttäuschungspotenzial. Am Markt war allerdings mit 1,56 Milliarden Dollar gerechnet worden.

Gewinn gesteigert

Ansonsten fiel das Zahlenwerk gut aus. Insgesamt konnte Oracle den bereinigten Umsatz um 6,2 Prozent auf 9,63 Milliarden Dollar steigern und lag damit über den Prognosen der Experten. Der weitaus größte Teil geht weiterhin auf das klassische Geschäft mit Software-Lizenzen zurück, wo sich die Erlöse um drei Prozent auf 6,3 Milliarden Euro erhöhten. Insgesamt verbuchte der Konzern einen Nettogewinn von 2,23 Milliarden Euro - ein Plus von knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

ME