Lufthansa Fahnen

Corona-Krise Lufthansa kürzt Kapazitäten um bis zu 50 Prozent

Stand: 06.03.2020, 18:15 Uhr

Wegen der Corona-Krise will die Lufthansa ihre Flugkapazitäten noch stärker kürzen. In Abhängigkeit von der Nachfrage soll die Kapazität um bis zu 50 Prozent eingeschränkt werden, teilte der Dax-Konzern am Nachmittag mit.

"Die Lufthansa Group ist in den letzten Tagen drastischen Buchungsrückgängen und zahlreichen Flugstornierungen infolge der Ausbreitung des COVID-19 Virus ausgesetzt. Mittlerweile sind davon alle Verkehrsgebiete betroffen", heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung. Daher habe der Vorstand die drastische Verringerung beschlossen, um die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs abzufedern.

Am Donnerstag hatte die Lufthansa wegen der einbrechenden Nachfrage angekündigt, im März die Kapazität im Konzern um bis zu 25 Prozent zu reduzieren. Neben der Lufthansa gehören auch Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines zu der Gruppe. Damit bleiben rechnerisch 150 Flugzeuge der insgesamt 770 Maschinen großen Flotte des Konzerns am Boden.

Die Lufthansa selbst streicht bis Ende März rund 7.100 Flüge. Doch es scheint immer offensichtlicher, dass die Auswirkungen des Coronavirus länger andauern werden und die Lufthansa auch den Sommerflugplan ausdünnen muss, der Ende März in Kraft tritt.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Gesellschaft wegen der Corona-Krise Kurzarbeit plant. Darüber spreche man derzeit mit der Bundesagentur für Arbeit, sagte eine Sprecherin am Freitag in Frankfurt.

Die Lufthansa-Aktie hat derweil am Nachmittag anfänglich deutliche Verluste aufgeholt und ist mittlerweile sogar ins Plus gedreht. Am Ende schloss das zuvor arg gebeutelte Papier nur leicht im Minus bei 11,47 Euro. Das war ein Tagesverlust von 0,22 Prozent.

Scheitern des Opec-Treffens stützt

Hintergrund ist die Uneinigkeit des Erdölkartells Opec mit Russland über eine Begrenzung der Förderquoten. Aus Opec-Kreisen heißt es, die Gespräche seien gescheitert. Die Rohölpreise sackten daraufhin weiter ab. Die Kerosinpreise sind der größte Kostenblock bei Fluglinien. Fallende Preise entlasten die Gesellschaften daher erheblich.

rm/la/rtr