Georg Stumpf mit Frau

Schwäbischer Anlagenbauer Ex-Linde-Chef bringt Exyte an die Börse

Stand: 24.09.2018, 14:54 Uhr

Geld von außen braucht der Stuttgarter Anlagenbauer Exyte, früher M+W-Gruppe, eigenen Aussagen zufolge zwar nicht. Dennoch soll die Firma an die Börse gebracht werden. Dabei geht es um Milliarden.

Vorstandschef Wolfgang Büchele - der frühere Leiter des Gaseherstellers Linde - sagte der Nachrichtenagentur dpa-AFX, Exyte konzentriere sich auf Anlagen für drei Bereiche mit überproportionalem Wachstum. "Das sind die Halbleiterbranche, der Sektor Pharma, Biopharma und Spezialchemie sowie Datencenter.“

Besonders der erste Bereich soll von der weltweiten Informationsflut profitieren, sagte Büchele: "Ein großer Wachstumstreiber ist für uns das Thema Big Data. Die Menge an Daten steigt immer weiter, und damit steigt der Bedarf für Halbleiter."

Umsatz- und Ergebnissprung angepeilt

Exyte will 2018 einen Umsatz von mindestens 3,5 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (Ebit) von mehr als 160 Millionen Euro erwirtschaften. Das entspricht jeweils einer Steigerung zum Vorjahr um fast die Hälfte. Der Auftragseingang summierte sich von Januar bis Juni auf drei Milliarden Euro. Büchele betonte, der Sprung beim Ebit komme sowohl durch das organische Wachstum als auch durch Zukäufe, zustande. "Da geht es nicht um Kostenkürzungen", sagte Büchele, der von 2014 bis 2016 Chef des Industriegasekonzerns Linde war.

Geld von außen braucht Exyte Büchele zufolge nicht: "Wir können unser Wachstum aus dem Cashflow finanzieren. Außerdem werden wir konstant Dividenden zahlen." Exyte sei ideal positioniert, um Investoren ein langfristiges und nachhaltiges Wachstum und attraktive Renditen zu bieten, sagte er. Büchele selbst will mit dem Börsengang das 1,5-fache seines jährlichen Grundgehalts als privates Geld in die Exyte-Aktie stecken.

Milliardenerlös für Großaktionär

Insgesamt soll ein "bedeutender Minderheitsanteil" bei neuen Aktionären platziert werden. Der Erlös geht komplett an den bisherigen Alleinaktionär, den österreichischen Milliardär Georg Stumpf. Er war 2009 bei der 1912 gegründeten M+W Gruppe (vormals Meissner und Wurst) eingestiegen. Zuvor gehörte das Unternehmen zu Jenoptik. Das Kerngeschäft der seit August unter dem Namen Exyte firmierenden Firma ist die Produktion von Anlagen für die Chipindustrie.

Nach dem üblichen Zeitplan dürfte Exyte in der zweiten Oktoberhälfte sein Börsendebüt feiern. Begleitet wird der Börsengang federführend von der Bank of America Merrill Lynch und UBS. Die Emission könnte ein Milliardenvolumen einbringen. In Finanzkreisen hatte es geheißen, Exyte strebe einen Börsenwert von 2,5 bis drei Milliarden Euro an. Stumpf wolle 25 bis 30 Prozent der Aktien auf den Markt werfen.

lg