Goldfarbener Öltropfen

Über Erwartungen Ölfirmen: Die fetten Gewinne sind zurück

Stand: 27.10.2017, 15:14 Uhr

Die Kombination aus sinkenden Ausgaben und steigenden Preisen lässt bei den großen Ölfirmen die Kassen klingeln.

So hat der weltgrößte Ölkonzern ExxonMobil im dritten Quartal seinen Nettogewinn um 50 Prozent auf 3,97 Milliarden Dollar gesteigert, wie Exxon am Freitag mitteilte. Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,93 Dollar. Analysten hatten im Schnitt deutlich weniger erwartet.

Die Bilanz habe von einem soliden Geschäftsverlauf und höheren Rohstoffpreisen profitiert, sagte Vorstandschef Darren Woods. Die Erlöse wuchsen um 13 Prozent auf 66,2 Milliarden Dollar. Die Produktion legte um zwei Prozent auf 3,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag zu.

Auch Chevron mit Gewinnsprung

Exxon spielte wie schon in den Vorquartalen die Erholung der Ölpreise in die Karten. Hurrikan Harvey, der im Berichtszeitraum an der US-Golfküste und damit in einem wichtigen Fördergebiet von ExxonMobil gewütet hatte, drückte das Ergebnis um etwa 160 Millionen Dollar. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten.

Ähnlich prächtig geht es dem heimischen Konkurrenten Chevron. Auch bei ihm zog der Gewinn im dritten Quartal um 52 Prozent an: Unter dem Strich blieben 1,95 Milliarden Dollar. Die Erlöse stiegen um 20 Prozent auf 36,2 Milliarden Dollar. Die Produktion legte um acht Prozent auf 2,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag zu.

Total und Eni ebenfalls besser

Ein Sparkurs und der steigende Ölpreis haben auch dem französischen Ölkonzern Total zu einem Gewinnsprung verholfen. Unter dem Strich verdiente Total im abgelaufenen Quartal mit 2,7 Milliarden Dollar 29 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Gut sei das Raffinerie-Geschäft gelaufen, nachdem als Folge des Hurrikans Harvey in den USA zahlreiche Anlagen zeitweise stillgelegt wurden, erklärte Total.

Der Sparkurs mache zudem die Ölförderung lukrativer. Es wird damit gerechnet, dass Total zu einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel profitabel fördern kann, bis 2019 soll dieser Wert bis auf 20 Dollar je Barrel fallen. An der Börse wurden die Zahlen mit Wohlwollen aufgenommen: Die Total-Papiere legten 1,3 Prozent zu.

Auch beim italienischen Rivalen Eni liefen die Geschäfte dank des höheren Ölpreises gut. Das staatlich kontrollierte Unternehmen verdiente mit 229 Millionen Euro im Sommerquartal wieder Geld, nachdem vor Jahresfrist noch ein Minus von 484 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte.

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