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Höheres Ergebnis Öl- und Gasgeschäft rettet BASF-Bilanz

Stand: 27.07.2018, 07:51 Uhr

Dank Preisanhebungen für seine Produkte hat BASF den Umsatz im zweiten Quartal steigern können. Besonders gut lief das Öl-und Gasgeschäft. Es trug maßgeblich zum Ergebnisanstieg des Chemiekonzerns bei.

Die kräftig gestiegenen Öl- und Gaspreise und höhere Verkaufsmengen ließen bei BASF die Kassen klingeln. Das operative Quartalsergebnis bei der Kasseler Tochter Wintershall konnte mehr als verdoppelt werden. Ohne den Beitrag von Wintershall wäre das Ergebnis von BASF im abgelaufenen Quartal zurückgegangen. Das starke Öl- und Gasgeschäft kompensierte die Ergebnisschwäche in der Sparte Functional Materials & Solutions, zu der die Katalysatoren, Bauchemikalien und Fahrzeuglacke gehören.

Gewinn schrumpft leicht

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
60,10
Differenz relativ
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Konzernweit erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um fünf Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Unterm Strich verdienten die Ludwigshafener 1,48 Milliarden Euro - das ist ein leichter Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Negative Währungseffekte wie der starke Euro zehrten die Gewinne auf.

Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Dabei profitierte der Chemiekonzern von Preiserhöhungen in allen Segmenten.

Jahresprognose bestätigt

Für das Gesamtjahr bekräftigte BASF die Prognosen: Der Dax-Konzern geht weiterhin von einem leichten Umsatzwachstum aus. Das bereinigte Betriebsergebnis soll ebenfalls leicht über dem Vorjahresniveau von 8,3 Milliarden Euro liegen. Der neue Vorstandschef Martin Brüdermüller warnte jedoch, dass sich die weltwirtschaftlichen Risiken im ersten Halbjahr deutlich erhöht hätten. "Dazu haben insbesondere geopolitische Entwicklungen und die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie den USA und Europa erheblich beigetragen."

Die Anleger finden die Bilanz von BASF wenig überzeugend. Die Aktien fallen zu Xetra-Handelsbeginn um über drei Prozent und sind Schlusslicht im Dax. Ein Händler monierte, dass fast alle Sparten in ihrer Geschäftsentwicklung hinter den Erwartungen am Markt zurückgeblieben seien. Ein weiterer verwies vor allem auf das Downstream-Geschäft als Hemmschuh. Das operative Ergebnis im Bereich Raffinierung und Vermarktung habe im zweiten Quartal enttäuscht, sagte er.

Aktien unter Druck

Die Aktien des Chemiekonzerns waren im Januar auf ein Rekordhoch von 97,67 Euro geklettert. Danach ging es abwärts. Die Aktien haben seither mehr als zehn Prozent an Wert eingebüßt. In den letzten Wochen haben sich die Chemie-Titel aber wieder etwas berappelt.

Momentan ist beim Chemiekonzern viel in Bewegung. BASF will von ihrem Rivalen Bayer bestimmte Pflanzenschutzmittel, verschiedene Saatgut-Arten und das Digital-Farming-Geschäft übernehmen. Die Leverkusener müssen das Geschäftsfeld wegen der Monsanto-Übernahme abgeben. Außerdem plant BASF, seine Öl- und Gastochter Wintershall mit der früheren RWE-Sparte Dea zu verschmelzen und später an die Börse zu bringen.

nb

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