Erdölförderanlage

Horror-Quartal für Exxon und Chevron Öl-Riesen mit Riesen-Verlusten

Stand: 31.07.2020, 14:12 Uhr

Die Zeiten der fetten Gewinne für "Big Oil" sind vorerst vorbei. Auch im zweiten Quartal erlitten die meisten Öl-Konzerne dicke Verluste. Besonders schlimm traf es die US-Multis ExxonMobil und Chevron.

Die Corona-Krise sorgte für ein Überangebot an den Ölmärkten. Deswegen musste der größte US-Ölkonzern ExxonMobil seine Produktion im zweiten Quartal um sieben Prozent auf 3,6 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurückfahren. Die Erlöse halbierten sich auf 32,6 Milliarden Dollar.

Exxon macht 1,1 Milliarden Dollar Miese

Die Folge: Im zweiten Quartal fiel unterm Strich ein Verlust von 1,1 Milliarden Dollar an. Vor einem Jahr hatte der Ölmulti aus dem texanischen Irving noch 3,1 Milliarden Dollar verdient. Die Pandemie und das Überangebot an den Ölmärkten hätten Nachfrage, Preise und Gewinnspannen belastet, deshalb habe die Bilanz stark gelitten, erklärte Exxon-Chef Darren Woods.

Noch katastrophaler war die Lage bei Chevron. Der zweitgrößte US-Ölmulti erlitt den größten Quartalsverlust seit Jahrzehnten. Im zweiten Quartal machte der Konzern unter dem Strich ein Defizit von 8,3 Milliarden Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Chevron noch 4,3 Milliarden Dollar verdient.

Chevron schreibt Venezuela-Geschäft ab

Die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie hätten die Nachfrage und die Preise an den Rohstoffmärkten stark gedrückt, erklärte Chevron-Chef Michael Wirth. Der Umsatz brach um rund 65 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar ein. Zudem fielen nach einer Kündigungswelle hohe Kosten für Abfindungen und milliardenschwere Abschreibungen auf Öl- und Gasanlagen an. Das Geschäft im krisengeschüttelten Venezuela wurde komplett abgeschrieben.

Die Ölaktien stehen vorbörslich unter Druck.- Die Chevron-Papiere rutschen um 0,8 Prozent ab. Die Titel von ExxonMobil verlieren 0,4 Prozent.

Total und Shell im Öl-Schlamassel

In den letzten Tagen hatten auch die europäischen Öl-Riesen Milliardenverluste bekannt gegeben. Der französische Total-Konzern machte ein Minus von 8,4 Milliarden Dollar - wegen einer Abschreibung von über acht Milliarden. Bei Shell betrug das Defizit gar stolze 18,1 Milliarden Dollar.

nb