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Umsatzplus von 50 Prozent Nvidia: Gaming nur noch zweitwichtigste Sparte

Stand: 20.08.2020, 13:16 Uhr

Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte erzielt der Chip- und Grafikkarten-Hersteller mit seiner Rechenzentrums-Sparte mehr Umsatz als mit dem Spielegeschäft. Nvidia ist klar auf Wachstumskurs.

Im zweiten Quartal verbuchte die Sparte Data Center einen Umsatz von 1,75 Milliarden Dollar - 600 Millionen mehr als in den drei Monaten zuvor. Erfolgreich war vor allem die neue Ampere-Architektur. 30 Prozent der Einnahmen stammen zudem vom aufgekauften Netzwerkspezialisten Mellanox.

Für die Übernahme legte Nvidia insgesamt knapp sieben Milliarden Dollar auf den Tisch. Auch deshalb stieg der Überschuss mit 622 Millionen Dollar "nur" 13 Prozent über dem Vorjahreswert.

Nvidia Campus

Nvidia Campus. | Bildquelle: Gensler

Im Spielegeschäft schnitt der Konzern aus dem kalifornischen Santa Clara mit einem Umsatz von 1,65 Milliarden Dollar etwas schlechter ab. Das solle sich aber bereits im laufenden Quartal wieder umdrehen, sagte Finanzchefin Colette Kess. Die Einnahmen mit GeForce-GPUs sollen um 25 Prozent angehoben werden.

Nvidia geht von weiterem Wachstum aus

Lediglich im Bereich Automotive und Visualisierung sanken die Einnahmen. Insgesamt stiegen die Umsätze um satte 50 Prozent. Damit fielen die Zahlen besser aus als erwartet. Der Wachstum des US-Konzerns scheint auch während der Corona-Krise ungebremst.

Deshalb hebt Nvidia die Prognose für das dritte Quartal an: Der Konzern rechne mit einem Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar, plus oder minus zwei Prozent. Das wäre ein weiteres Rekordquartal. Analysten gingen bisher von 3,97 Milliarden Dollar aus.

Aktie verliert

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für Nvidia von 415 auf 545 Dollar angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Die Kennziffern des Grafikkarten-Herstellers für das zweite Quartal hätten die Erwartungen deutlich übertroffen, schrieb Analyst Stacy Rasgon in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Das Wachstum dürfte weiterhin hoch bleiben, die Aktie sei aber bereits teuer. Im laufenden Jahr kletterte der Titel um sagenhafte 102 Prozent.

Vielleicht auch deshalb Anleger hielten sich die Anleger nach Vorlage der Quartalszahlen bedeckt. Im US-Handel verlor die Nvidia-Aktie ein Prozent. Und auch auf Tradegate rutscht das Papier am Donnerstag um knapp ein Prozent ab.

Auch die Schweizer Bank Credit Suisse hob das Kursziel von 425 auf 530 Dollar an und beließ die Einstufung auf "Outperform". Die Quartalszahlen hätten die Erwartungen klar übertroffen, meinte Analyst John Pitzer in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Im Halbleitersektor verfüge die Aktie über beste langfristige Wachstumsaussichten.

tb