Leuvhtendes Nvidia-Logo

Softbank verabschiedet sich Nvidia: Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab

Stand: 11.02.2019, 11:23 Uhr

Der Chart der Nvidia-Aktie bietet derzeit ein gruseliges Bild. Konjunktursorgen, ein schwaches Weihnachtsgeschäft und der abflauende Bitcoin-Boom haben Spuren hinterlassen. Jetzt hat sich auch noch die Softbank verabschiedet.

In den vergangenen sechs Monaten hat sich der Börsenwert des Unternehmens beinahe halbiert. Dabei markierten Nvidia erst im Oktober 2018 ein Allzeithoch bei fast 293 Dollar. Aktuell müssen Anleger knapp 150 Dollar bezahlen. Wer länger dabei ist, hat indes immer noch ein mehr als ordentliches Geschäft gemacht: Anfang 2016 waren Nvidia-Titel noch für rund 30 Euro zu haben.

Die Softbank sagt leise Servus

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sich der größte Investor, die Softbank mit ihrem Vision Fund, zurückgezogen hat. Im Quartalsbericht zum dritten Quartal war nachzulesen, dass der Konzern seinen kompletten Anteil im Wert von 3,6 Milliarden Dollar bereits am 10. Januar abgestoßen hat. Offenbar rechnen die Experten des weltgrößten Techfonds, der 100 Milliarden Dollar in das Technologiesegment investiert, nicht damit, dass sich Nvidia künftig noch positiv entwickeln wird.

Der Zeitpunkt war ganz glücklich gewählt, denn am 28. Januar senkte der auf Grafikchips spezialisierte Konzern die Umsatzprognose für den Umsatz im vergangenen Weihnachtsquartal von 2,7 auf 2,2 Milliarden Dollar. Es sei ein „außerordentliches, ungewöhnlich turbulentes und extrem enttäuschendes Quartal gewesen“, sagte Nvidias Gründer und Chef Jensen Huang. Die Aktie gab daraufhin zweistellig nach.

Wenn China hustet…

Die schwächere Konjunktur in China habe dort die Nachfrage von Verbrauchern nach Nvidias Grafikkarten beeinträchtigt, hatte Huang erklärt. Aber das ist noch nicht alles: Bei Nvidia seien zudem weltweit die Verkäufe der neuen, traditionell teuren Top-Modelle mit deutlich verbesserter Leistung niedriger als erwartet ausgefallen.

Jensen Huang, CEO Nvidia

Jensen Huang. | Bildquelle: Unternehmen

Hinzu kommt noch, dass Grafikkarten der Firma in großem Stil für die Produktion diverser Krypto-Währungen eingesetzt wurden. Als die Preise von Bitcoin & Co abstürzten, sank auch die globale Nachfrage nach der Computertechnik, mit der man die virtuellen Münzen schürfen kann. Am Donnerstag, den 14 . Februar, erlebt Nvidia den Tag der Wahrheit, wenn der Konzern die Zahlen des vierten Quartals vorstellen wird.

ts

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