Kuka Klein-Roboter
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Umsatz- und Gewinneinbruch Nun auch Kuka

Stand: 11.01.2019, 07:21 Uhr

Die Krise der Automobilindustrie trifft auch den im Besitz des chinesischen Midea-Konzerns befindlichen Augsburger Roboterhersteller Kuka mit voller Wucht. Das Unternehmen muss seine Prognose für das abgelaufene Jahr erneut nach unten schrauben. Die Aktie bricht ein.

Im vorbörslichen Handel sackt das Papier um zwölf Prozent ab und fällt wieder unter die gerade zurückeroberte Linie von 60 Euro. Grund ist eine erneute Umsatz- und Gewinnwarnung für das abgelaufene Geschäftsjahr - nachdem das Unternehmen erst vor zwei Monaten, Ende Oktober, seine ursprünglichen Ziele kassiert hatte.

Megatrend Robotik

Megatrend Robotik. | Bildquelle: Kuka

Nun rechnet Kuka beim Umsatz nur noch mit rund 3,2 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Kaufpreisallokationen, Wachstumsinvestitionen und vor Reorganisationsaufwand) soll bei rund 3,0 Prozent liegen. Zuvor hatte das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro und 4,5 Prozent angepeilt. Die vollständigen Zahlen für 2018 und einen Ausblick auf das gerade angelaufene Jahr will Kuka am 28. März veröffentlichen.

Spürbare Abkühlung der Konjunktur

Für die Anleger ist das eine herbe Enttäuschung, hatte sich Kuka doch eigentlich vorgenommen, die Rendite 2018 auf 5,5 Prozent nach oben zu schrauben und den Umsatz zu steigern.

Kuka machte im "Wesentlichen die verstärkt spürbare Abkühlung der Konjunktur in der Automobil- und Elektronikindustrie im vierten Quartal 2018, die anhaltenden Unwägbarkeiten des chinesischen Automatisierungsmarktes sowie negative Einflüsse aus dem Projektgeschäft" für die Prognosesenkung verantwortlich.

Ausgerechnet in China holpert es

Eine etwas kryptische Formulierung, die nach Ansicht von Experten erklärt, dass vor allem das Geschäft mit "sechsachsigen Knickarm-Robotern" schlechter läuft als erwartet. Auch andere Roboterhersteller taten sich zuletzt auf dem chinesischen Markt schwer. Zudem leiden alle Anbieter unter der Flaute in der Automobilbranche, traditionell der wichtigste Absatzmarkt für größere Roboter.

Dabei wollte Kuka eigentlich mit Midea-Unterstützung den Wachstumsmarkt China erst so richtig erobern. Experten zufolge sind die Kuka-Roboter den Chinesen teilweise zu teuer, zudem hätten die Augsburger zeitweise Lieferprobleme gehabt.

Auch Ziele für 2020 gestrichen

Angesichts des enttäuschenden Verlaufs 2018 streicht das Unternehmen auch die Ziele für 2020. Ursprünglich hätte der Umsatz dann bei 4,0 bis 4,5 Milliarden Euro und die Ebit-Marge bei mehr als 7,5 Prozent liegen sollen. Um gegenzusteuern, hat der Kuka-Vorstand ein Sofortprogramm verabschiedet. Dieses umfasst Kosteneinsparungen inklusive Personalmaßnahmen, eine engere Zusammenarbeit mit dem chinesischen Eigner Midea, zielgerichtetere Investitionen und Änderungen in der Organisationsstruktur.

lg