Novartis-Zentrale in Basel

Umsatzprognose angehoben Novartis traut sich mehr zu

Stand: 18.10.2018, 09:40 Uhr

Neue Medikamente geben dem Schweizer Pharmakonzern Schwung. Im dritten Quartal zogen Umsatz und Ergebnis kräftig an. Für das Gesamtjahr zeigt sich Novartis nun noch optimistischer.

Die Schweizer hoben die Umsatzprognose an. 2018 sollen die Erlöse unter Ausschluss von Wechselkurseffekten um einen mittleren Prozentbetrag steigen. Bislang war ein niedriger bis mittlerer Anstieg in Aussicht gestellt worden. An der Prognose für das bereinigte operative Ergebnis hält Novartis fest und erwartet weiterhin ein Wachstum um einen mittleren bis hohen Prozentbetrag.

Sechs Prozent mehr Umsatz

Im dritten Quartal kletterte der Umsatz währungsbereinigt um sechs Prozent auf 12,78 Milliarden Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis stieg noch stärker - um neun Prozent auf 3,56 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente Novartis von Juli bis September 1,62 Milliarden Dollar Gewinn. Das sind 22 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Novartis begründete dies unter anderem mit dem Wegfall der Beiträge aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit GlaxoSmithKline. Die Schweizer hatten ihren Anteil im zweiten Quartal an die Briten veräußert.

Neuen Umsatz-Schub brachten die jüngst auf den Markt gebrachten Medikamente wie das Herzmittel Entresto, dessen Umsatz sich verdoppelte. Auch Cosentyx, eine Arznei gegen Schuppenflechte, war stark gefragt. Die Erlöse stiegen hier um 37 Prozent auf 750 Millionen Dollar. Mit neuen Arzneien will Novartis sinkende Umsätze bei anderen Medikamenten durch das Auslaufen des Patentschutzes kompensieren.

Die vor der Abspaltung stehende Augenheilsparte Alcon steigerte Umsatz und bereinigtes Betriebsergebnis. Ein Wermutstropfen blieb die Generika-Tochter Sandoz, bei der Umsatz und bereinigtes operativer Ergebnis angesichts des anhaltenden Preisdrucks in den USA zurückgingen.

Milliarden-Zukauf in den USA

Mit einem weiteren Zukauf baut Novartis sein Krebsgeschäft aus. Für die US-Biotechnologiefirma Endocyte wollen die Schweizer 2,1 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Konzernchef Vasant Narasimhan, seit Februar an der Novartis-Spitze, richtet den Konzern neu aus. Er setzt auf spezialisierte, auf Patienten abgestimmte Arzneien und neue Ansätze wie etwa die Gentherapie.

Bei den Anlegern kommen die Zahlen und die angehobene Umsatzprognose gut an. Die Novartis-Aktien steigen am Morgen um 0,6 Prozent.

nb

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