Schriftzug der Firma Novartis vor der Unternehmenszentrale in Basel
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Nachschub für die Medikamentenpipeline Novartis: Milliarden gegen Cholesterin

Stand: 24.11.2019, 13:10 Uhr

Der Schweizer Pharmakonzern legt einen hohen Betrag für die US-Biotechfirma The Medicine Company auf den Tisch. Vor allem auf einen in der Entwicklung steckenden Cholesterinsenker haben die Schweizer ein Auge geworfen.

Inclisiran heißt das Medikament, das für Novartis so interessant ist. Novartis erwerbe ein Präparat, das mittel- bis langfristig ein wichtiger Wachstumstreiber sein könnte, erklärte Konzernchef Vasant Narasimhan bei der Bekanntgabe des Deals. Das Management erwartet ab 2021 Umsatzbeiträge von Inclisiran und verspricht sich guten Profit: "Wir sehen Renditen, die deutlich über den Kapitalkosten liegen", sagte Finanzchef Harry Kirsch.

Das per Injektion verabreichte Inclisiran müsste nach der Zulassung allerdings gegen die Arzneien wie Praluent von Sanofi und Regeron Pharmaceuticals oder Repatha von Amgen bestehen. Vorteile verspricht die Medicines-Arznei vor allem durch eine deutlich geringere Verabreichungsdichte: Praluent und Regeron müssen alle zwei Wochen gespritzt werden, Inclisiran lediglich zweimal pro Jahr.

Wachstum akquirieren  

9,7 Milliarden Dollar zahlt Novartis für den Biotech-Konzern, um die Medikamentenpipeline aufzufüllen und drohende Erlösausfälle durch den Auslauf des Patentschutzes bei wichtigen Umsatzbringern zu kompensieren. "Das Unternehmen muss Wachstum akquirieren, um die bevorstehende Erosion durch Generika auszugleichen", erklärte Analyst Stefan Schneider von der Bank Vontobel.

Die Schweizer wollen den Kauf zu einem Drittel mit Barmitteln und zu zwei Dritteln mit langfristigen Darlehen finanzieren. Die Transaktion solle im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden. Die Medicines-Aktionäre sollen 85 Dollar je Aktie erhalten, entsprechend einer Prämie von 24 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Augentropfen

Das Takeda-Augenmedikament Xiidra. | Bildquelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Medicines ist nicht der erste große Zukauf der Schweizer, die an der Börse rund 230 Milliarden Dollar wert sind. Im Mai wurde das Takeda-Augenmedikament Xiidra für bis zu 5,3 Milliarden Dollar erworben. Im vergangenen Jahr kaufte der Pharmakonzern in den USA das Unternehmen Endocyte für 2,1 Milliarden Dollar und die US-Gentherapiefirma AveXis für 8,7 Milliarden Dollar.

ts