Novartis-Zentrale in Basel

Nach Alcon-Abspaltung Novartis hat große Pläne

Stand: 09.04.2019, 07:51 Uhr

Der Schweizer Pharmariese will seine Anleger mit einer ganzen Serie von Versprechungen bei der Stange halten. Die Abspaltung der Augenheilsparte Alcon soll die Margen verbessern, für eine volle Produktpipeline sorgen und mehr Dividende bringen.

Erst einmal wird es mit der Aktie des Pharmagiganten allerdings bergab gehen. Bereits im vorbörslichen Handel werden die Papiere fast zehn Prozent leichter gehandelt. Das ist allerdings gewissermaßen der "Trennungsabschlag". Denn Alcon wird nun als eigenständige Aktie gehandelt und auch in den Schweizer Auswahlindex SMI aufgenommen. Dafür fallen die Aktien von Julius Bär aus dem Swiss Market Index.

Marge hoch

Novartis bemüht sich derweil, das Spin-off als Befreiungsschlag darzustellen. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, soll die Marge des Pharmageschäftes "Innovative Medicines" zu verbessern. Diese soll bis 2022 im mittleren 30-Prozent-Bereich liegen.

Höhere Dividendenzahlungen

Den Aktionären verspricht der Konzern zudem eine starke und weiter steigende Dividende, von der 2019er Basis ausgehend. Novartis hatte seinen Aktionären erst vor wenigen Wochen für das vergangene Geschäftsjahr 2,85 Franken je Anteilsschein ausgeschüttet.

Auch durch den Aktienrückkauf im Volumen von mehr als fünf Milliarden US-Dollar, den Novartis im Juni 2018 angekündigt hatte, soll Kurspflege betrieben werden. Durch die Abspaltung von Alcon sei Novartis nun in der Lage, sich voll und ganz auf seine Produkte zu konzentrieren, so das Credo. Zudem werde das Finanzprofil dadurch geschärft und der Konkurrenz stärker angeglichen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Mehr Blockbuster

Mit Blick auf die Pipeline wiederholt Novartis frühere Angaben, wonach in den kommenden zwei Jahren bis zu zehn potenzielle Blockbuster auf den Markt gebracht werden sollen. Weitere 20 Kandidaten befinden sich den Angaben zufolge in der Forschung und könnten ebenfalls Umsätze in Milliardenhöhe erreichen.

Die Aktie von Novartis hat sich bereits in den vergangenen Monaten von einem längeren Abwärtstrend befreit. Seit dem Erreichen eines Zwischentiefs im August 2018 ist der Titel im Frankfurter Handel von 62 auf 84 Euro geklettert. Mit dem heutigen Abspaltungs-Abschlag dürfte es bei Kursen von rund 76 Euro weitergehen.

AB