Novartis-Zentrale in Basel

Neue Mittel in der Pipeline Novartis - endlich wieder Wachstum

Stand: 24.01.2018, 08:29 Uhr

Wie viele Pharmakonzerne hat Novartis unter dem Auslaufen von Patenten für wichtige Blockbuster-Medikamente gelitten. Nachahmermedikamente von der Konkurrenz nahmen den Schweizern Umsatz weg. Doch jetzt ist Novartis wieder obenauf.

Der weltgrößte Hersteller von verschreibungspflichtigen Medikamenten traut sich nach Jahren der Stagnation wieder Wachstum zu. 2018 sollen die Erlöse um einen niedrigen bis mittleren Prozentbetrag steigen. Auf der Gewinnseite will Novartis noch stärker aufdrehen. Das um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsergebnis soll im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Die Vorgaben gelten unter Ausschluss von Wechselkurseffekten.

Im vergangenen Jahr war das operative Ergebnis leicht gesunken, um ein Prozent auf 12,85 Milliarden Dollar. Auf wechselkursbereinigter Basis stagnierte das Ergebnis, Übernahmen und weitere Sondereffekte sind dabei herausgerechnet. Der Wettbewerbsdruck durch Nachahmermedikamente machte den Schweizern zu schaffen. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 49,1 Milliarden Dollar. Novartis steht wie andere Pharmakonzerne vor der Herausforderung, dass Patente bisheriger Zugpferde seiner Medikamente auslaufen. Zum Beispiel beim Brustkrebsmedikament Glivec/Gleevec. Der Konzern hofft nun auf neue Verkaufsschlager, es stehen mehrere wichtige Markteinführungen an.

Ein Bremsklotz für Novatis ist zudem die Generikasparte Sandoz. Sie leidet vor allem in den USA unter starkem Preisdruck. Die Augenheilsparte Alcon hat sich dagegen wieder berappelt.

Dividende erhöht

Unter dem Strich stieg der Gewinn 2017 um zwölf Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar. Die Aktionäre sollen 2,80 Franken Dividende je Aktie erhalten, fünf Rappen mehr als zuletzt. Es sei ein gutes Jahr für Novartis gewesen, bilanzierte der scheidende Konzernchef Joseph Jimenez.

Vor allem das Schlussquartal war stark und besser als erwartet. Unter dem Strich stieg der Gewinn hier um 59 Prozent auf annähernd zwei Milliarden Dollar. Die Aktie hat daher heute einen guten Stand hat. Im vorbörslichen Handel legt sie ein halbes Prozent zu.

Der Schweizer Konzern wurde in den letzten Jahren stark umgebaut. Novartis verkaufte einige Geschäftsbereiche, verstärkte andere. Nun will der Konzern in eine neue Wachstumsphase eintreten.

bs