Novartis bringt Alcon an die Börse

Weg mit der Problemtochter Novartis bringt Alcon an die Börse

Stand: 29.06.2018, 08:57 Uhr

Alcon war Novartis' Problemkind, doch jetzt zieht der Schweizer Pharmakonzern einen Schlussstrich. Novartis spaltet die einst von Nestle gekaufte Augenheilsparte ab und bringt sie an die Börse.

Die Alcon-Aktien sollen sowohl in der Schweiz als auch in New York an die Börse kommen. Die Ausgliederung sei im besten Interesse der Aktionäre, erklärte der Pharmakonzern am Freitag.

Novartis will aber nur das Geschäft mit Produkten der Augenchirurgie abspalten, also zum Beispiel Laser und Ultraschallgeräte für Augenärzte. Die Augenmedikamente sollen im Konzern bleiben. Novartis und Alcon könnten sich so besser auf ihre jeweiligen Wachstumsstrategien konzentrieren, hieß es zur Begründung.

Das Problemkind

Alcon kriselt schon länger. Zwar konnte die Novartis-Sparte zuletzt wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Doch nach der Übernahme von Alcon im Jahr 2011 erfüllte das Segment die Erwartungen nicht.

Es war damals die zweitteuerste Übernahme der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Novartis ließ rund 50 Milliarden Dollar für den texanischen Augenheilkundespezialisten springen. Alcon sollte Umsatz- und Gewinnrückgänge kompensieren, welche durch Patentabläufe im Pharmageschäft drohten. Doch das gelang nicht.

Im vergangenen Jahr stellte Novartis die Augenheilsparte auf den Prüfstand. Eigentlich wollten sich die Schweizer bis zum ersten Halbjahr 2019 entscheiden. Doch nun ging es doch schneller.

Der Branchenerste

In den Medien war bereits über einen Börsengang von Alcon spekuliert worden. Eine andere Option schien auch nicht praktikabel. Alcon ist mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Dollar Weltmarktführer. Daher wäre Alcon als Übernahmeziel für einen Wettbewerber zu groß, hieß es in der Branche. Alcon beschäftigt weltweit rund 25.000 Mitarbeiter, die Zentrale ist in Texas.

Die Anteilseigner müssen dem Plan im nächsten Februar zustimmen, umgesetzt werden soll er spätestens in einem Jahr. CEO Mike Ball soll zum 1. Juli Präsident des Verwaltungsrats werden, COO David Endicott neuer CEO.

Aktienrückkauf

Zudem kauft Novartis Aktien für bis zu fünf Milliarden Dollar zurück.Überdies kündigte Novartis einen Aktienrückkauf über bis zu fünf Milliarden Dollar an, der bis Ende 2019 abgeschlossen sein soll.

Finanzieren will Novartis die Maßnahme aus Erlösen aus dem Verkauf des Anteils am Joint-Venture im Bereich Consumer Health an den britischen Wettbewerber GSK.

bs