Norwegische Flagge

Größter Staatsfonds der Welt Norwegischer Staatsfonds: Mehr Rendite mit Microsoft & Co

Stand: 22.08.2019, 10:47 Uhr

Nach der negativen Performance im vergangenen Jahr hat der gut eine Billion Dollar schwere norwegische Staatsfonds dank eines auf Rekordhöhe gesteigerten Aktienanteils im zweiten Quartal seine Rendite wieder verbessert. Ob das auch so bleibt?

Im zweiten Quartal erzielte der Fonds eine Rendite von drei Prozent. Das lag zwar 0,19 Prozentpunkte unter der gewünschten Zielgröße, die Fondsleitung zeigte sich dennoch zufrieden. "Die Unsicherheit über den Welthandel und das Wirtschaftswachstum hat die Erträge anfangs gedämpft, aber die Märkte legten gegen Ende des Berichtszeitraums eine Rally hin, was teilweise durch die Aussicht auf eine expansivere Geldpolitik in den Industrieländern zu erklären war", erklärte der Vize-Chef des Fonds, Trond Grande.

Insgesamt wuchs das Fondskapital im Berichtszeitraum um 256 Milliarden Kronen, knapp 26 Milliarden Euro. Den größten Beitrag zur Rendite des zweiten Quartals lieferten den Angaben zufolge die Aktien von Microsoft, gefolgt von den Papieren des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé und dem Online-Netzwerk Facebook. Allein Microsoft-Aktien legten um knapp 14 Prozent zu.

Das zweite Quartal endete allerdings vor den Marktturbulenzen, die im vergangenen Monat zu einem Rückgang der Aktienkurse und zu einem Abrutschen der Anleiherenditen weiter unter Null führten.

Aktienanteil auf Rekordniveau

Die größten Beteiligungen am Ende des Quartals waren Microsoft, Apple und Amazon. Der Fonds hatte zudem beim Börsengang von Uber Aktien des Fahrdienst-Vermittlers gekauft. Von den zehn größten Aktienpositionen des Fonds besteht die Hälfte aus US-Technologiefirmen. Insgesamt hat der Fonds seinen Aktienanteil am Portfolio auf 69,3 Prozent erhöht - ein Rekordniveau.

Der in Oslo ansässige Fonds, der durchschnittlich 1,4 Prozent der globalen Aktien hält, spiegelt die breiten Märkte wider, hat jedoch einen gewissen Spielraum bei der Gewichtung von Indizes und Abweichungen von seinen Benchmarks. Der Anstieg des Aktienanteils am Portfolio erfolgte Ende letzten Jahres. Der Fonds griff bei dem Aktien-Ausverkauf im Dezember 2018 zu und kaufte dabei vor allem die stark gesunkenen US-Techwerte.

Mehr langlaufende Staatsanleihen

Dagegen haben die Norweger den Anteil an Staatsanleihen auf 28 Prozent zurückgefahren. Grund sind die immer häufiger ins Minus gerutschten Renditen. Der Anteil der negativen Renditen habe sich in den letzten drei Quartalen kontinuierlich erhöht, erklärten die Fondsmanager. Rund 2.600 Milliarden Kronen hat der Fonds in Staatsanleihen investiert. Bei etwa einem Viertel dieser Papiere, ein Volumen von etwas mehr als 600 Milliarden Kronen, liegen die Renditen inzwischen unter Null. Und die Zahl der Papiere mit negativen Renditen dürfte weiter steigen.

Die größten Anleihebestände waren US-Treasuries, gefolgt von japanischen und deutschen Staatsanleihen. Wegen der gesunkenen Renditen der Staatspapiere hat der Fonds kurzfristige Anleihen zu Gunsten länger laufender Papiere veräußert. So ist die durchschnittliche Laufzeit von fünf Jahren auf sieben Jahre gestiegen. Die Veränderung sei keine Vorgabe von oben gewesen, sondern ein Ergebnis der Entscheidungen der Portfolio-Manager, sagte Grande.

lg/rtr