Norsk Hydro

Bilanz vorgelegt Norsk Hydro: Cyberangriff kostet viele Millionen

Stand: 05.06.2019, 08:19 Uhr

Im März meldete der norwegische Aluminiumhersteller Norsk Hydro, Opfer einer Cyberattacke geworden zu sein. Nun gab das Unternehmen bekannt welche finanziellen Einbußen ihm dadurch entstanden sind. Ähnliche Probleme hatte auch ein anderer skandinavischer Konzern.

Nach dem Cyber-Angriff im März ist der Gewinn von Norsk Hydro um mehr als 80 Prozent eingebrochen. Im ersten Quartal verbuchte die norwegische Firma ein bereinigtes operatives Ergebnis von 559 Millionen Kronen (57,5 Millionen Euro) nach 3,15 Milliarden Kronen im Jahr zuvor.

Analysten hatten sogar einen Rückgang auf 123 Millionen Kronen erwartet. Trotzdem sind die durch die Attacke verursachten Schäden deutlich größer als zunächst vermutet. Norsk Hydro war in einer ersten Schätzung von 300 bis 350 Millionen Kronen ausgegangen.

Sparplan aufgelegt

Wegen des Ausmaßes des Angriffs, das das gesamte IT-System des weltweit agierenden Konzerns lahmgelegt hatte, musste sogar der Quartalsbericht verschoben werden. Um die Schäden zumindest teilweise wieder auszugleichen, will Norsk Hydro nun die Ausgaben senken und die Kosten reduzieren. Dies sei angesichts der herrschenden Unsicherheiten am Aluminiummarkt ohnehin notwendig.

Im März hatte das in Oslo beheimatete Unternehmen mitgeteilt, Opfer einer Cyberattacke geworden zu sein. "Die IT-Systeme in den meisten Geschäftsfeldern sind betroffen und Hydro wechselt auf manuelle Steuerung, soweit es möglich ist."

Auch Maersk betroffen

Es dauerte eine Woche, bis alle Produktionssysteme wieder hergestellt werden konnten. Die IT-Systeme des Konzerns waren großflächig mit einer offenbar maßgeschneiderten Schadsoftware infiziert worden. Über den Ursprung der Attacke wurde bisher nichts Genaues bekannt.

Dass Cyberkriminelle einen Industriekonzern angreifen, um Geld zu erpressen, ist zwar nichts Neues. Doch das Ausmaß der Angriffe hat zuletzt deutlich zugenommen und die Schäden sind immens. Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mitteilte, verursachten Verschlüsselungstrojaner im Jahr 2017 weltweit Schäden in Höhe von acht Milliarden Dollar. Beim dänischen Industrie- und Logistikkonzern Maersk etwa fiel die digitale Infrastruktur mehrere Tage aus, was mehrere hundert Millionen Euro kostete.

lg