Nordex-Windenergieanlage

Aktien im Aufwind Nordex macht Hoffnung auf besseres Jahr

Stand: 21.02.2019, 11:10 Uhr

Wegen des verschärften Preisdrucks sind beim Windanlagenbauer Nordex 2018 Umsatz und Ergebnis weggebrochen. Doch der jüngste Auftragsschub lässt auf Besserung hoffen. Die Aktien setzen ihre Erholungstour fort.

Nordex-Aktionäre können etwas aufatmen: Seit Jahresbeginn hat der Windtitel gut 37 Prozent zugelegt und wieder die Marke von 10,00 Euro überwunden. Am Donnerstag geht es um rund fünf Prozent nach oben. 2018 war der Kurs von Nordex um fast 20 Prozent abgesackt. Mit 6,86 Euro wurde zeitweise der tiefste Stand seit 2013 erreicht.

"Gut gefülltes Auftragsbuch"

Möglicherweise ist das Schlimmste bei Nordex nun überstanden. Denn die Auftragsflaute scheint vorbei. Auf Jahressicht kletterte der Auftragseingang um 73 Prozent auf 4,75 Gigawatt Leistung, teilte der Hamburger Windturbinen-Hersteller am Morgen mit. "Wir sind mit einem gut gefüllten Orderbuch in das Jahr 2019 gestartet", freute sich Konzernchef José Luis Blanco.

Der Spanier sieht als Grund für die jüngste Auftragsflut die neuen hocheffizienten Turbinen, die die Norddeutschen auf den Markt gebracht haben. Sie seien auf positive Kundenresonanz gestoßen, berichtete Blanco. Das Interesse halte an. "Wir beobachten auch weiterhin eine starke Nachfrage", sagte er.

Kommt schon 2019 die Wende?

Ob 2019 Nordex die Trendwende bei Umsatz und Ergebnis schafft, bleibt aber ungewiss. Erst am 26. März soll der Ausblick fürs laufende Jahr samt vollständiger Bilanz für 2018 veröffentlicht werden. Im März 2018 hatte Blanco, der in englisch mit den Nordex-Ingenieuren kommunizieren muss, sowohl 2018 als auch 2019 als Übergangsjahre bezeichnet. Erst 2020 stellte er ein Ende der Flaute, insbesondere im deutschen Wind-Geschäft in Aussicht. Deutschland ist mit fast einem Drittel Anteil am Umsatz einer der wichtigsten Märkte für Nordex.

Das hierzulande eingeführte Auktionssystem bremste den Windanlagenbauer zuletzt massiv aus. Seit vergangenen Jahr werden Windpark-Projekte ausgeschrieben, bei denen derjenige den Zuschlag erhält, der die die geringste Vergütung verlangt. Das führte dazu, dass sich so genannte Bürger-Modelle durchsetzten. Inzwischen hat die Bundesregierung aber reagiert und das Auktionssystem modifiziert.

Flaute auf dem deutschen Windmarkt

Dennoch traf die deutsche Wind-Flaute Nordex im vergangenen Jahr hart. Der Konzernumsatz schrumpfte um 20 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro und erreichte lediglich den unteren Rand der bereits reduzierten Spanne. Das Ebitda halbierte sich gar auf 101,7 Millionen Euro. Die operative Marge ging von 6,5 Prozent auf 4,1 Prozent zurück. Unterm Strich dürfte Nordex erneut rote Zahlen geschrieben haben. In den ersten neun Monaten lag der Nettoverlust bei 51,8 Millionen Euro.

Vor allem der Preisverfall bei Windanlagen drückte das Ergebnis. Zudem kämpft die Branche mit steigenden Kosten für Stahl - dem wichtigsten Grundstoff für die Windturbinen - wegen der Strafzölle zwischen den USA und China.

nb