Nordex-Schriftzug vor dunklem Himmel
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Noch weniger Umsatz erwartet Nordex warnt schon wieder

Stand: 27.03.2018, 09:13 Uhr

Nach dem Umsatz- und Gewinnrückgang 2017 rechnet der Windturbinenbauer erneut mit einem "herausfordernden" Geschäftsjahr. Die Aktie legt dennoch zu.

Im vorbörslichen Handel war der TecDax-Titel noch um vier Prozent eingebrochen, legt aber im frühen Handel sogar zu. Offenbar ist die neue Prognose keine große Überraschung mehr. Seit Januar hat die Aktie bereits ein Drittel an Wert eingebüßt.

Der am Morgen veröffentlichten Meldung des Unternehmens zufolge sollen die Erlöse 2018 von rund 3,1 Milliarden Euro auf 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro sinken. Die Ebitda-Marge dürfte von bereinigt 7,9 auf 4 bis 5 Prozent zurückgehen. Hintergrund ist das im vergangenen Jahr eingeführte Auktionssystem in Deutschland, das "vorübergehend zu deutlich geringeren Auftragseingängen führte", wie es hieß.

Aufträge gesunken

Ausschreibungen für neue Anlagen finden mittlerweile häufig über eine Auktion statt, was die Preise drückt. Die Windanlagenbauer leiden derzeit unter einem harten Konkurrenzkampf. Dies gilt vor allem für die Windenergie an Land, da der Markt zunehmend gesättigt ist und Subventionen heruntergefahren werden.

Insgesamt installierte das Unternehmen im vergangenen Jahr 932 Turbinen mit einer Leistung von 2,7 Gigawatt in 17 Ländern. Allerdings gingen die im vergangenen Jahr erzielten Aufträge um ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro zurück - vor allem wegen der Schwäche am deutschen Markt. Rund 90 Prozent der Aufträge kamen aus dem Ausland. Zum Jahresende lag der Auftragsbestand des Konzerns insgesamt bei 3,7 Milliarden Euro, nach 3,9 Milliarden ein Jahr zuvor.

"Sehr niedrige Erwartungen"

Für das laufende Jahr verspricht sich das Unternehmen dank neuer Modelle Rückenwind für den Auftragseingang. Eine Erholung des deutschen Marktes wird erst 2020 erwartet. Im vergangenen Jahr musste Nordex wegen des gesunkenen Umsatzes einen herben Gewinneinbruch hinnehmen. Der Jahresüberschuss erreichte lediglich 0,3 Millionen Euro - im Vergleich zu gut 95 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings verfügt das Unternehmen über eine solide Eigenkapitalquote von knapp 33 Prozent sowie eine Liquidität von gut 600 Millionen Euro.

Der Ausblick von Nordex entspreche "mehr oder weniger" den "sehr niedrigen" Erwartungen und dem, was das Unternehmen in den vergangenen Monaten indiziert habe, sagte Arash Roshan Zamir, Analyst bei Warburg Research. Der für 2018 in Aussicht gestellte Rückgang der Ebitda-Marge auf 4 bis 5 Prozent sei teils auf einen Umsatzrückgang und teils auf Preisdruck aufgrund des neuen Auktionssystems bei Windkraftprojekten zurückzuführen.

lg