Nordex Windturbine

Ergebnis-Erwartungen leicht verfehlt Nordex macht nicht genügend Wind

Stand: 09.03.2020, 09:15 Uhr

Beim Hamburger Windanlagenbauer läuft's wieder besser: Dank eines Auftragsschubs stiegen Umsatz und operatives Ergebnis im vergangenen Jahr wieder kräftig. Trotzdem wurden die Erwartungen enttäuscht.

Die Aktien von Nordex sacken am Montagmorgen um rund zehn Prozent ab und zählen zu den größten SDax-Verlierern. Erstmals seit September 2019 sind die Titel wieder unter 10,00 Euro gefallen. Auf Ein-Jahres-Sicht haben sie rund 20 Prozent eingebüßt.

Ergebnis steigt um über ein Fünftel

Der Windkraftanlagen-Hersteller ist im vergangenen Jahr nicht so stark gewachsen wie erwartet. Der anhaltende Preisdruck in der Windbranche dämpfte den Gewinnzuwachs. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte zwar um rund 22 Prozent auf 123,8 Millionen Euro zu, verfehlte damit aber die niedrigsten Erwartungen der Analysten.

Gute Geschäfte in Europa und Nordamerika trieben die Auftragseingänge um 31 Prozent. Der Umsatz kletterte um rund ein Drittel auf 3,28 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge ging von 4,1 auf 3,8 Prozent zurück.

Gut gefülltes Auftragsbuch für 2020

Angaben zum Ergebnis unterm Strich machte der Windanlagenbauer nicht. Konzernchef José Luis Blanco zeigte sich ungeachtet dessen zufrieden und verwies darauf, dass Nordex seine Ziele für 2019 erreicht habe. "Die Nachfrage nach unseren hocheffizienten Turbinen bleibt weiterhin gut, so dass wir über einen hohen Auftragsbestand verfügen und 2020 mit einem gut gefüllten Auftragsbuch beginnen", erklärte Vorstandschef Jose Luis Blanco.

Das SDax-Unternehmen war in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2019 tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen hohen Nettoverlust eingefahren. Nordex habe 2019 wegen der guten Auftragslage mit 173 Millionen Euro mehr investiert als die ursprünglich geplanten 120 Millionen Euro.

Die Windkraftbranche leidet derzeit unter hohem Wettbewerb und einem entsprechenden Preisdruck. Die vollständige Bilanz für 2019 will Nordex am 24. März bekanntgeben. Dann will der Konzern sich auch zur Prognose für 2020 äußern.

nb