Nordex Windturbine
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Auftragslage verbessert sich Nordex holt wieder Luft

Stand: 14.08.2019, 09:09 Uhr

Nach einer schwachen ersten Jahreshälfte und einem Gewinnrückgang erwartet der Windkraftanlagen-Hersteller in den nächsten Monaten Besserung. Die Nachfrage und damit auch die Erlöse sollen steigen. Der TecDax-Titel rauscht nach oben.

Im ersten Halbjahr brach das Ebitda auf 17,1 Millionen Euro ein, nach 38,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Dies sei jedoch bereits erwartet worden, erklärte Nordex. Das TecDax-Unternehmen installierte insgesamt nur 242 Windenergieanlagen in 13 Ländern mit einer Gesamtleistung von 778,1 Megawatt nach 934,4 Megawatt im Vorjahreszeitraum.

Im ersten Quartal war Nordex tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Niedrigere Installationszahlen hatten dem Unternehmen Sorgen bereitet und den Umsatz schrumpfen lassen. In den ersten drei Monaten 2019 installierte Nordex insgesamt nur 84 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 260,9 Megawatt (Vorjahr: 522,9 MW). Im zweiten Quartal hatten sich die Auftragseingänge dann fast verdoppelt.

Anleger begeistert

Der Konzernumsatz lag in den ersten sechs Monaten 2019 insgesamt bei 990,8 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 957,1 Millionen Euro. Die Geschäftsentwicklung laufe damit wie erwartet. Daher bestätigte das Management die Prognose für das laufende Geschäftsjahr und erwartet einen Konzernumsatz von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge soll bei drei bis fünf Prozent liegen.

Gewinnseitig habe der Hersteller von Windkraftanlagen besser abgeschnitten als befürchtet, während der Umsatz die Erwartungen insgesamt erfüllt habe, sagte ein Händler. Das Unternehmen profitiere von der soliden Auftragslage.

Im frühen Handel stieg die Aktie um rund neun Prozent. Am Nachmittag kletterte sie gar um mehr als zwölf Prozent. Gestern war der Titel im Handelsverlauf noch auf den tiefsten Stand seit Februar abgestürzt - seit dem Zwischenhoch Anfang Juli ein Minus von mehr als einem Drittel. Dennoch ist das Papier seit Jahresbeginn um über 30 Prozent nach oben gerauscht.

Nachfrage steigt wieder

In den nächsten sechs Monaten rechnet Nordex mit einer Steigerung der Erlöse. Die Nachfrage verbessere sich, die Produktionsleistung habe in der zweiten Jahreshälfte bereits deutlich zugenommen, teilte der TecDax-Konzern heute in Hamburg mit.

Ein Mitarbeiter des Windanlagenbauers Nordex montiert eine Turbine

Nordex Windturbinenmontage. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Da die weltweiten Installationen steigen, habe die Produktionsleistung bereits deutlich zugenommen. In der Turbinenmontage steigerte das Unternehmen seine Produktion um 52 Prozent von 1.141 Megawatt im Vorjahreshalbjahr auf 1.735 Megawatt. Bei den Rotorblättern erhöhte Nordex seine Leistung um 48 Prozent.

Aufgrund des dynamischen Auftragseingangs plant Nordex außerdem in diesem Jahr Investitionen von rund 160 Millionen Euro - vor allem für zusätzliche Fertigungskapazitäten für Rotorblätter. Damit soll das Wachstum für 2020 und darüber hinaus unterstützt werden.

Allgemein leidet die Branche der Windkraft-Spezialisten unter hartem Konkurrenzdruck und sinkenden Margen. 2018 war bei Nordex der Bruttozubau von Windrädern an Land um 55 Prozent auf 2.400 Megawatt eingebrochen. Zuletzt waren 2013 so wenige Anlagen neu gebaut worden. Das Hamburger Unternehmen Senvion musste Anfang April gar Insolvenz anmelden.

tb