Nordex-Windenergieanlage in den USA
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Schwache Quartalszahlen Nordex: Auf der schiefen Bahn

Stand: 14.11.2017, 10:52 Uhr

Schwere Zeiten für Nordex-Aktionäre: Nachdem die Aktie in diesem Jahr bereits über 60 Prozent an Wert verloren hat, deuten schwache Quartalszahlen und ein düsterer Ausblick auf noch schlechtere Zeiten hin.

Der Windanlagenbauer erwartet wegen der schwachen Nachfrage im laufenden Jahr einen Umsatz leicht unter 3,1 Milliarden Euro. Im Sommer hatte Konzernchef José Luis Blanco noch ein Ziel von 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro ausgegeben, nach 3,39 Milliarden im Vorjahr. Er bestätigte jedoch die Prognose einer Ebitda-Marge zwischen 7,8 bis 8,2 Prozent vor Einmalaufwendungen.

Im dritten Quartal ging der Erlös überraschend stark zurück. Er sank um gut vier Prozent auf 818,3 Millionen Euro. Experten hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet. Das Ebitda sank ebenfalls um vier Prozent auf 64,4 Millionen Euro.

Neugeschäft hat sich halbiert

Ausschlaggebend für den Kurssturz sind vor allem die verschlechterten Aussichten. So hat sich das Neugeschäft nach neun Monaten im Vorjahresvergleich auf 1,1 Milliarden Euro halbiert. Das Unternehmen macht hierfür die geänderte Gesetzeslage verantwortlich. Sie wirke sich negativ auf die Projektvorlaufzeiten und damit auf die Auftragsvergabe aus. Das gelte besondere für das 2017 in Kraft getretene Ausschreibungssystem in Deutschland.

Das Zahlenwerk reiht sich ein in die Serie von Gewinnwarnungen der Konkurrenten Siemens-Gamesa, Vestas und Senvion. Sie hatten kürzlich auf schwache Zukunftsaussichten hingewiesen und damit einen Kursrutsch verursacht.

Lange Talfahrt

Auch die Nordex-Aktien sind heute nach den Zahlen weiter unter Druck geraten und ans TecDax-Ende gefallen. Dabei haben sie seit Jahresbeginn bereits rund 62 Prozent eingebüßt und damit so deutlich wie kaum ein anderes Unternehmen innerhalb der Dax-Familie.

Die Talfahrt der Nordex-Aktien begann mit Nachdruck im Februar. Damals hatte das TecDax-Unternehmen den Markt mit der Kappung seiner Umsatzziele geschockt. Die Aktien brachen ein. Aber schon zuvor im November 2016 hatte Nordex über eingetrübte Umsatzaussichten geklagt.

Im Verlauf des Jahres 2017 gab es zudem zunehmend negative Analystenkommentare, etwa Anfang Oktober von der Investmentbank Goldman Sachs, die in Erwartung schwerer Zeiten für das Windgeschäft in Deutschland das Nordex-Papier zum Verkauf empfahlen. Kürzlich hatte auch die Deutsche Bank den fairen Wert der Nordex-Aktie von 12,50 Euro auf 8,50 Euro herabgesetzt.

lg