Nokia-Chef Rajeev Suri stellt 56G-Konzept vor

Verluste verringert Nokias Hoffnungen liegen auf 5G

Stand: 26.04.2018, 08:58 Uhr

Nokia schaffte den Sprung in die Gewinnzone nicht. Auch der Start in das neue Geschäftsjahr verläuft für den Netzwerkausrüster holprig. Die neue 5G-Technologie soll bald eine bessere Zukunft garantieren.

Nokia erhofft sich von der neuen Mobilfunktechnik 5G vor allem in der zweiten Jahreshälfte einen starken Wachstumsschub. Gerade im US-Markt sei hierfür mittlerweile eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. Bereits Ende des Jahres soll der neue Standard dort kommerziell genutzt werden. 2019 sollen dann auch andere Teile der Welt folgen.

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Nokia hatte sich nach dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft auf Technik für Mobilfunk-Netze als Kerngeschäft konzentriert. Bei der neuen Technologie gilt es deshalb, ganz vorn mit dabei zu sein. Inzwischen gibt es zwar auch wieder Smartphones unter der Marke Nokia. Sie werden aber von der Firma HMD gebaut, die eine Lizenz auf die Namensrechte erworben hatte.

Die Verluste werden kleiner

Einen Schub kann der ehemalige Handyhersteller jedenfalls gut gebrauchen. Im ersten Quartal sank der Umsatz um neun Prozent auf 4,93 Milliarden Euro. Analysten hatten zwar mit einem weiteren Minus gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß. Das operative Ergebnis schrumpfte um 30 Prozent auf 239 Millionen Euro. Unter dem Strich fiel der Verlust mit 188 Millionen Euro immerhin deutlich geringer aus als ein Jahr zuvor.

Hintergrund

Was ist 5G und wer braucht das?

5G ist der kommende Mobilfunkstandard. 5G ermöglicht die Übertragung riesiger Datenmengen und die Vernetzung von Milliarden Geräten praktisch in Echtzeit. Auch die Netzstabilität wird höher. Verbrauchern bringt das Vorteile bei der alltäglichen Internet-Nutzung. Alles wird schneller und die Qualität insbesondere bei der Videoübertragung besser. Aber vor allem gilt 5G als Schlüsseltechnologie für den Traum von der völlig vernetzten Welt. Die Ideen von sogenannten Smart Cities, einem völlig vernetzten automatisierten Verkehr, vernetzten Haushaltsgeräten, Smart Homes und ein intelligentes Energiemanagement können nur mit effizienterer Datenübertragung verwirklicht werden. Auch für die Industrie 4.0 und die Vernetzung von Maschinen und Fertigungsanlagen ist 5G zwingend erforderlich. Die Bundesregierung will den 5G-Standard bis 2025 umsetzen. Ab 2020 sollen aber schon erste Anwendungen verfügbar sein.

Im vergangenen Jahr hatte Nokia unter dem Strich einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro produziert. Der Umsatz war um zwei Prozent auf 23,1 Milliarden Euro zurückgegangen.

Gut aufgestellt im Netzwerkgeschäft

Nokia-Chef Rajeev Suri

Nokia-Chef Rajeev Suri. | Bildquelle: Unternehmen

Die Investoren dürften wegen des Ausblicks zumindest einigermaßen beruhigt sein, denn trotz des "herausfordernden" Jahresauftakts hielten die Finnen an ihrer Prognose für das Gesamtjahr fest. Das Unternehmen will weiterhin 1,2 Milliarden Euro an Kosten einsparen, wobei für den Übergang auf den künftigen Mobilfunkstandard 5G mit Einmalaufwendungen in Höhe von 100 bis 200 Millionen Euro kalkuliert wird.

Was das allgemeine Netzwerkgeschäft angeht, erwartet Nokia sogar eine bessere Entwicklung als der restliche Markt. Er sei "äußerst überzeugt, dafür gut aufgestellt zu sein", sagte Unternehmenschef Rajeev Suri.

ts