Telekomausrüster

Ein Mann klebt einen Nokia-Schriftzug

Gewinn- und Umsatzschwund Nokia warnt

Stand: 27.10.2016, 14:48 Uhr

Vor der Einführung der neuen Mobilfunkgeneration 5G halten sich die Telekom-Konzerne mit Investitionen zurück. Das bekommen die Netzwerkausrüster schmerzlich zu spüren - wie zum Beispiel Nokia.

Der finnische Telekomausrüster leidet zunehmend unter der Nachfrageflaute. Im dritten Quartal schrumpfte der Umsatz auf vergleichbarer Basis erneut um sieben Prozent auf 5,95 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank zweistellig um 18 Prozent auf 556 Millionen Euro. In der Netzwerksparte brach das Ergebnis gar um ein Drittel ein.

Lizenzzahlung von Samsung

Nokia: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Lediglich eine einmalige Lizenzzahlung von Samsung und der Sparkurs bewahrten Nokia vor einem noch schlimmeren Einbruch. Nach der Übernahme von Alcatel-Lucent hatten die Finnen die Streichung tausender Stellen angekündigt. Alleine in Deutschland sollen 1.400 Jobs bis 2018 wegfallen.

Nokia-Chef Rajeev Suri rechnet auch für das laufende vierte Quartal mit einem schwachen Marktumfeld. Im kommenden Jahr dürften sich die Bedingungen am Markt für Mobilfunkausrüstung "etwas stabilisieren".

Nokia besser gerüstet als Ericsson

Der trübe Ausblick verunsichert die Anleger. Die Nokia-Aktien sacken am Donnerstag um mehr als fünf Prozent ab. Seit Jahresbeginn ist der Kurs des einstigen Handy-Pioniers um rund 35 Prozent gesunken.

Nokia sei aber auf die Investitionsflaute besser vorbereitet als Ericsson, meinen Analysten. Der schwedische Netzwerkausrüster, Nummer eins der Branche, hatte vor kurzem einen Gewinneinbruch von mehr als 90 Prozent geschockt. Experten prophezeien erst ab 2020 wieder nennenswerte Investitionen der Kunden in Mobilfunknetze.

nb