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Verlust im operativen Geschäft Nokia rutscht überraschend in die roten Zahlen

Stand: 25.04.2019, 10:18 Uhr

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia hat das erste Quartal unerwartet mit einem Verlust abgeschlossen. Die Aktie bricht ein.

Der Zeitraum Januar bis März sei "überraschend deutlich schwach" gewesen, teilte Nokia am Donnerstag mit. Operativ wies Nokia ein bereinigtes Minus von 59 Millionen Euro aus nach einem Gewinn von 239 Millionen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einem Gewinn in etwa auf dem Niveau des Vorjahres gerechnet. Nokia macht den harten Konkurrenzdruck für den Einbruch verantwortlich.

Für das Jahr 2018 hatte Nokia bereits rote Zahlen vermeldet. Der Umsatz stieg zwar im ersten Quartal um zwei Prozent auf 5,03 Milliarden Euro, doch vor allem in der größten Sparte für Netzwerkausrüstung schlug der Margenrückgang voll durch und war hauptverantwortlich für den Verlust.

Jahresziele bestätigt

Dennoch bleibt das Unternehmen bei seinen Jahreszielen. Man sei überzeugt davon, dass die für die schwachen Quartalszahlen verantwortlichen Faktoren im Laufe des Jahres an Einfluss verlieren werden. Zudem sehe man trotz leicht gestiegener Gesamtrisiken weiterhin auch positive Entwicklungen. Beim Kostensenkungsprogramm, das ein Ziel von 700 Millionen Euro hat, sei man gut im Plan.

Die Branche, die von Nokia, der schwedischen Ericsson und der chinesischen Huawei dominiert wird, belastet die nachlassende Nachfrage, nachdem der Umsatz von 4G-Netzwerken Mitte des Jahrzehnts seinen Höhepunkt erreicht hatte. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt.

Aktie stürzt ab

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat die Einstufung für Nokia trotzdem auf "Outperform" mit einem Kursziel von 6,20 Euro belassen. Die Margen des Netzwerkausrüsters hätten im ersten Quartal deutlich unter den Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Achal Sultania in einer Schnelleinschätzung. Der bekräftigte Ausblick auf das laufende Jahr wirke nun ambitioniert.

Die Anleger reagieren entsetzt auf die Nachricht. Die Nokia-Aktie verliert am Vormittag über neun Prozent und fällt auf den tiefsten Stand seit Oktober letzten Jahres zurück. Damit ist die zu Jahresbeginn erfolgte Erholung wieder zunichte gemacht.

lg

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