Nokia Forschungszentrum in Ulm

Verlust im ersten Quartal Nokia: Die Prognose ist weg

Stand: 30.04.2020, 11:22 Uhr

Der Netzwerkausrüster Nokia hat wegen der Corona-Pandemie die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Zwar habe es im ersten Quartal noch keine rückläufige Nachfrage gegeben, dennoch schrieb der Konzern einen Verlust.

Der Umsatz von Nokia ging in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 um zwei Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zurück. Der finnische Netzwerkausrüster schätzt, dass ihm die Krise rund 200 Millionen Euro Erlös in der Lieferkette gekostet hat. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre mit 117 Millionen Euro nach wie vor ein Verlust. Dieser fiel jedoch im Vergleich zum Fehlbetrag von 446 Millionen ein Jahr zuvor deutlich geringer aus. Um Sondereffekte bereinigt erzielte Nokia ein operatives Ergebnis von 116 Millionen Euro nach 59 Millionen Verlust vor einem Jahr.

Prognose gekürzt

Nokia-Chef Rajeev Suri

Nokia-Chef Rajeev Suri. | Bildquelle: Unternehmen

Im weiteren Verlauf der Krise sei mit Problemen in der Lieferkette zu rechnen, schrieb Vorstandschef Rajeev Suri am Donnerstag im Zwischenbericht des Konzerns. Wegen dieser Risiken senkte Nokia die Erwartungen an die bereinigte operative Marge und an den bereinigten Gewinn je Aktie. Der Großteil der Covid-19-Effekte solle das zweite Quartal betreffen, heißt es. Die Branche sei aber recht widerstandsfähig, wenn auch nicht immun.

Bei der bereinigten Ebit-Marge rechnet Nokia nun nur noch mit 7,5 bis 10,5 Prozent. Zuvor hatte die Prognose noch zwischen acht und elf Prozent gelegen. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie wird nun mit 23 Cent statt 25 Cent geschätzt.

Immerhin: Vorstandschef Suri machte Fortschritte bei Kosteneinsparungen aus. Bei Mobilfunkstationen habe zudem die Bruttomarge zugelegt. Auf der anderen Seite steckte Nokia mehr Geld in die Entwicklung von 5G-Technik, um Produkte schneller auf den Markt zu bekommen.

Aktie deutlich im Plus

Am Markt kamen die Nachrichten dennoch gut an – die Aktie notiert mit mehr als drei Prozent deutlich im Plus. Auf lange Sicht ist der Titel aber ein Desaster: 2007 lag das bisherige Rekordhoch bei rund 28 Euro. Bis heute ist das ein Absturz von rund 88 Prozent.

ms/dpa-AFX

1/23

Nokia - vom Gummistiefel zum Netzwerk Die bewegte Geschichte

Erstes Logo von Nokia von 1865 und Porträt des Gründers Fredrik Idestam

Unten am Fluss
Die Geschichte von Nokia beginnt für einen Handykonzern recht früh - nämlich bereits 1865. Damals baute der Ingenieur Fredrik Idestam in Tampere im Südwesten Finnlands eine Papierfabrik. Ein paar Jahre später entstand eine zweite in der Nähe des Flusses Nokianvirta - daher auch der Konzern-Name "Nokia".