Nokia-Chef Rajeev Suri stellt 5G-Konzept vor

Unerwartet starkes Wachstum Nokia im 5G-Boom

Stand: 25.07.2019, 11:16 Uhr

Die Aktien von Nokia sind am Donnerstag heiß begehrt. Der frühere Handykonzern, der jetzt als Netzwerkausrüster durchstartet, hat starke Quartalszahlen geliefert. Die Finnen profitieren zunehmend vom Aufbau der neuen 5G-Mobilfunknetze.

Nokia-Chef Rajeev Suri zeigte sich begeistert. Die Nachfrage nach 5G-Ausrüstung sei in den USA und in Südkorea stark, sagte er. Weitere interessante Märkte seien Japan, der Nahe Osten, China, Skandinavien, Italien und Großbritannien, wo die neue Mobilfunkgeneration noch in diesem Jahr eingeführt wird.

Ergebnis zieht kräftig an

Der Aufbau der neuen 5G-Mobilfunknetze beflügelte das Geschäft von Nokia im zweiten Quartal. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis kletterte sogar um 35 Prozent auf 451 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen auch der optimistischsten Analysten.

Unterm Strich schreibt der Netzwerkausrüster, der einst als führender Handyanbieter die (Börsen-)Welt in Atem hielt, noch rote Zahlen – wegen des schon länger laufenden harten Sanierungsprogramms. Immerhin konnte der Verlust eingedämmt werden. Der Fehlbetrag lag mit 191 Millionen Euro 30 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Aktien auf Drei-Monats-Hoch

Nokia bekräftigte sein Ziel, in diesem Jahr einen bereinigten Gewinn je Aktie von 25 bis 29 Cent zu erreichen. Im kommenden Jahr soll er auf 37 bis 42 Cent steigen.

Die Aktie des finnischen Netzwerkausrüsters steigt am Donnerstag in der Spitze um neun Prozent und erreicht den höchsten Stand seit drei Monaten. Sie überwindet die 200-Tage-Linie, den gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Börsentage. Auf Ein-Jahres-Sicht sind die Titel allerdings nicht vorangekommen. Sie stagnieren bei um die fünf Euro.

Profiteur vom Huawei-Bann?

JPMorgan-Experte Sandeep Deshpande lobte die Zahlen. Er bleibt bei seinem Kursziel von 6,50 Euro - 30 Prozent über dem aktuellen Niveau. Alexander Peterc, Analyst bei der französischen Société Générale sagte, die Zahlen zeigten, dass das Unternehmen wieder Fuß fasse. "Wir sind immer noch an einem tiefen Punkt, aber ihre Erholung ist deutlich schneller als viele Leute vorhergesagt haben."

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Neben Ericsson ist Huawei der wichtigste Rivale der Finnen. Die US-Regierung hat das chinesische Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt. Sie befürchtet, dass der Einsatz von Huawei-Technologie China Spionagemöglichkeiten einräumt. Huawei weist die Vorwürfe zurück. Manche Analysten halten es für möglich, dass Nokia von dem Huawei-Bann profitiert.

nb

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