Stapel mit Conti-Reifen

Umbaupläne müssen warten Conti lässt Katze nicht aus dem Sack

Stand: 08.03.2018, 11:02 Uhr

Conti will sich wandeln, muss sich wandeln. Weil sich die Autobranche so rasant wandelt. Vernetzung, Elektrifizierung und selbstfahrende Autos sind die großen Themen. Dafür muss der Autozulieferer schneller, wendiger und effizienter werden. Aber wie?

Heute ist ein guter Anlass, die künftige Unternehmensstruktur vorzustellen. Denn Conti präsentiert heute seine Bilanz 2017 auf der Bilanzpressekonferenz. Das reine Zahlenmaterial gibt nicht viel Neues her, hatte der Dax-Konzern doch schon zu Jahresbeginn die Eckdaten geliefert. Da wäre genug Raum, um mehr zu verraten über mögliche Auf- und Abspaltungen.

Doch Conti vertröstet auf Mitte des Jahres. Nur so viel verrät Conti-Chef Elmar Degenhart: "Der rasante technologische Wandel erfordert von unserem weltweiten Team ein Höchstmaß an Flexibilität und Agilität", sagte er anlässlich der Bilanzpräsentation. "Daher prüfen wir, wie wir unsere Organisation auf schnelles Wachstum und dauerhafte, höchstmögliche Wertschöpfung ausrichten können. Derzeit evaluieren wir denkbare Optionen."

"Noch kein Plan"

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Aber wie diese Optionen aussehen, da muss sich die Öffentlichkeit noch gedulden. "Ein entscheidungsreifer Plan liegt noch nicht vor", sagte Degenhart. Entsprechend kann die Aktie heute keine neue Kraft entfalten.

Spekuliert wird über den Aufbau einer Dachgesellschaft und eine Aufspaltung verbunden mit einem Börsengang von einzelnen Sparten.

Kautschuk schmälert Rendite

Die Bilanz 2017 ist in groben Zügen bekannt. Die Geschäfte laufen dank der robusten Autokonjunktur gut. Zwar belasteten bei der Reifenherstellung vor allem die gestiegenen Rohmaterialpreise wie etwa für Kautschuk das Ergebnis. Gegenwind gab es auch durch Wechselkurseinflüsse. Doch unter dem Strich blieb ein Gewinn von fast 3,0 Milliarden Euro in der Kasse - rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz kletterte - wie bereits im Januar mitgeteilt - um fast neun Prozent auf rund 44 Milliarden Euro.

Das Jahr 2018 wird schwieriger durch Preissteigerungen bei Synthese- und Naturkautschuk, sie bringen zusätzliche Belastungen von rund 50 Millionen Euro mit sich. Dennoch bestätigte der Dax-Konzern aus Hannover seine zu Jahresanfang veröffentlichte Prognose. Für das laufende Jahr rechnet Conti mit einem Umsatzplus von knapp sieben Prozent auf rund 47 Milliarden Euro. Abstriche wird es beim Ergebnis (Ebit) geben. Die bereinigte Ebit-Rendite soll rund 10,5 Prozent erreichen. Im vorigen Jahr lag sie bei 10,9 Prozent.

»"Unser Start in das Geschäftsjahr 2018 bestätigt unsere Erwartungen. Wir bekräftigen daher unseren Ausblick von Anfang Januar.«

Elmar Degenhart

bs

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