Video

Berichtssaison im Schlussspurt Noch einmal viele Zahlen voraus

Stand: 12.11.2017, 12:31 Uhr

Die Berichtssaison zum dritten Quartal ist hierzulande auf der Zielgeraden. Drei Dax-Mitglieder und viele Unternehmen aus der zweiten Reihe öffnen ihre Bücher, ehe es dann ruhiger wird.

Mit der RWE, Henkel und Infineon werden in der ersten Wochenhälfte noch die Quartalszahlen von drei Dax-Unternehmen erwartet. Die Deutsche Börse hält dazu noch am Montag ein Forum zum ETF-Markt ab. Hinzu kommen vor allem am Dienstag und Mittwoch zahlreiche Unternehmen aus der zweiten Reihe, wie etwa Salzgitter, United Internet oder Deutsche Wohnen.

Aber nicht nur unternehmensseitig erwartet die Börse ein prall gefüllter Terminkalender. So finden hochrangig besetzte Konferenzen in Frankfurt statt, die das Interesse der Marktteilnehmer finden werden. Ab Dienstag trifft sich die immerhin die Elite der Notenbanker in der Mainmetropole, unter anderem mit EZB-Chef Mario Draghi, Fed-Präsidentin Janet Yellen und BoE-Präsident Mark Carney. Ein wichtiges Datum, wie immer wenn es um Geldpolitik und Zinsen geht. Auch Deutsche Bank-Chef John Cryan und Commerzbank-Chef Martin Zielke werden sich im Rahmen von Vorträgen am kommenden Freitag äußern.

Dax im Korrekturmodus?

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.561,00
Differenz relativ
+0,16%

Keine Frage, die Börse hat schon viel Gutes vorweggenommen und den Dax dabei bekanntlich bis auf 13.525 Punkte und damit auf ein neues Rekordniveau getrieben. Auch der Index der mittelgroßen Unternehmen, der MDax, markierte in der Vorwoche bei 27.151 Punkten ein neues Rekordhoch, ebenso wie die boomenden internationalen Märkte in New York und Tokio.

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.481,60
Differenz relativ
+0,26%

Die Unternehmen haben im bisherigen Verlauf der Berichtssaison dabei die hohe Erwartungshaltung der Investoren überwiegend bestätigt. Aber kann das ewig so weitergehen? Experten sind skeptisch, die Börse ist schließlich keine Einbahnstraße - und der Dax hat denn auch nach den Höchstständen im weiteren Wochenverlauf eine spürbare Korrektur von 2,6 Prozent erfahren - ein Schuss vor den Bug also.

Im Ausblick auf die kommende Woche erwartet daher so mancher Marktteilnehmer, dass die Börse diesen Korrekturmodus zunächst fortsetzen wird, auch wenn das Jammern auf hohem Niveau stattfindet. "Der Wind scheint zu drehen", so Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Auch Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets geht zumindest von einer Verschnaufpause aus: Investoren scheint aufgefallen zu sein, dass der Aktienmarkt mit dem jüngsten Anstieg für die Jahresendrally zu früh dran gewesen ist."

EZB-Präsident Mario Draghi auf einer Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

EZB-Präsident Mario Draghi. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Janet Yellen

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

Bank of England Governor Mark Carney

Mark Carney. | Bildquelle: picture alliance / AP Images

Kann Trump endlich liefern?

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.064,36
Differenz relativ
+0,18%

Genau hinschauen werden die Märkte dabei auf die Weltleitbörse in New York, wo man weiter auf den großen Wurf der angekündigten Steuerreform wartet. Trump hält schon seit seiner Wahl vor einem Jahr die Erwartungshaltung der Märkte mit seinen angekündigten fiskalischen Effekten hoch, geliefert hat er allerdings bisher wenig. Ohne die Wall Street dürfte aber der breite, weltweite Aufschwung nicht weitergehen - allen guten bis sehr guten Unternehmensergebnissen zum Trotz.

Konjunkturdaten im Blick

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: dpa

Bleibt also mal wieder das alte Spiel mit den Konjunkturdaten und wie diese den Notenbanken in die Hände spielen oder nicht. Als einzige große Nationalbank hat bekanntlich die Fed die Zinszügel schon angezogen, ohne dass die Börse dies aber bisher verschreckt hat. Geschuldet ist dies nicht zuletzt der klaren Kommunikationspolitik der Bank, von der die EZB übrigens noch meilenweit entfernt ist. Der Markt weiß in den USA eben, woran er ist, und historisch ist der Zins dabei immer noch extrem niedrig. Daran sollten die anstehenden Konjunkturdaten der kommenden Woche wohl nichts ändern.

Zu den Höhepunkten der Konjunkturdaten gehören in Deutschland die vorläufigen Zahlen zum BIP im dritten Quartal sowie die ZEW-Konjunkturerwartungen für November am Dienstag. Die deutschen BIP-Daten sollten dabei nach dem robusten ersten Halbjahr etwas schwächer ausfallen, erwartet Analystin Windt.

Deutschland Europa Fahnen Flaggen Euro . | Quelle: picture-alliance/dpa

Ebenfalls am Dienstag stehen die zweite Veröffentlichung des BIP in der EU, sowie aus China Daten zum Einzelhandelsumsatz und zur Industrieproduktion im Oktober auf der Agenda. BIP-Daten kommen in der Nacht zum Mittwoch auch aus Japan, wo der Aktienmarkt zuletzt kräftig Gas gegeben hat. Aus der EU werden am Donnerstag noch die Acea-KfZ-Zulassungszahlen und die Verbraucherpreise für den Oktober erwartet.

Und in den USA? Neben der Tatsache, dass sich zahlreiche Notenbanker äußern werden, gibt es Preisdaten. So am Mittwoch die Verbraucherpreise, aber auch die wichtigen Einzelhandelsumsätze, beides für den Oktober. Erwartet werden auch die Konjunkturindizes Empire State (für den Großraum New York) und Philly-Fed (für den Großraum Philadelphia), die beide an der Börse stets Beachtung finden. Die Frühindikatoren und die Baubeginne für den Oktober werden dann noch am Freitag veröffentlicht. Insgesamt beruhigt sich der Termindruck zum Wochenschluss.

rm