Nintendo Switch-Spieler

Software-Prognose erhöht Nintendos Switch-Konsole schwächelt

Stand: 31.01.2019, 11:20 Uhr

Dank unerwartet starker Software-Verkäufe kann der Spielekonzern Nintendo auf ein solides drittes Quartal zurückblicken. Aber die Spielekonsole Switch erfüllt die grandiosen Hoffnungen doch nicht.

Das Ziel, im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende März) mit den verkauften Switch-Konsolen die 20-Millionen-Marke zu erreichen, wird Nintendo wohl deutlich verfehlen. Für seine Spielekonsole senkte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr auf 17 Millionen Einheiten. Zuvor war das Management von 20 Millionen ausgegangen.

Die neue Prognose unterbietet die durchschnittlichen Analystenschätzungen, die etwas freundlicher von 18 Millionen Einheiten ausgehen. Noch im Mai des vergangenen Jahres hatten Analysten 21 Millionen prognostiziert.

Nintendo müsse die Käuferbasis ausweiten, meinte David Cole, Chef des Research-Instituts DFC Intelligence. Das sei eine Herausforderung für das Marketing, stellt der Marktbeobachter fest. Die Käuferschicht der Switch sei laut Cole einigermaßen limitiert. Zum Vergleich: Die Sony Playstation 4 wurde seit Markteinführung im Jahr 2013 fast 92 Millionen Mal verkauft.  

Drei Männer mit verpackten Nintendo Switch-Gaming-Konsolen

Nintendo Switch: "Limitierte Käuferschicht" . | Bildquelle: picture alliance / Kyodo

Software-Prognose wird erhöht

Das Betriebsergebnis stieg um 36 Prozent auf 158,6 Milliarden Yen (1,27 Milliarden Euro). Damit übertraf Nintendo die Analystenschätzungen deutlich. Denn die Softwareverkäufe laufen gut, die Blockbuster-Spiele „Super Smash Bros. Ultimate“ und „Pokemon: Let's Go“ machen den Vorstand für die Software-Sparte zuversichtlicher.

Nintendo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Das Verkaufsziel für das Gesamtjahr liegt jetzt mit 110 Millionen Einheiten zehn Millionen über den bisherigen Planungen. Von April bis Dezember 2018 verkaufte der Konzern 14,5 Millionen Switch-Konsolen und 94,6 Millionen Software-Einheiten.

Die Anleger sind mit den neuen Prognosen nicht zufrieden, zu hart trifft offenbar die Switch-Enttäuschung: In Frankfurt verliert das Papier mehr als ein Prozent. Im vergangenen Monat hatte die Aktie aber auch mehr als 13 Prozent zugelegt.

ts        

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