Nintendo Switch

Die Switch läuft und läuft und läuft Nintendo: Lockdown lässt die Kasse klingeln

Stand: 07.05.2020, 12:57 Uhr

Kontaktsperre und Corona-Krise haben Nintendos Geschäft kräftig angeschoben. Die Spielekonsole Switch verkauft sich prächtig, auch das neue Spiel "Animal Crossing" ist ein Hit.

Der japanische Spielekonzern verkaufte im vergangenen Quartal rund 3,3 Millionen Switch-Spielekonsolen - ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. In dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr wurden damit gut 21 Millionen Switch-Konsolen verkauft, auch dank der Markteinführung einer günstigeren Version im Herbst.

Zum anderen dürfte die Switch auch davon profitiert haben, dass die Konsolen-Zyklen sowohl von Microsoft und Sony vor dem Ende stehen: Im Dezember wird voraussichtlich Sonys neue Playstation 5 und Microsofts neue Xbox Series X in den Handel starten.

Vor allem aber kurbelte die Corona-Krise den Umsatz an: Es habe zwar Engpässe in der Switch-Produktion wegen fehlender Bauteile gegeben, das habe die Zahlen aber nicht wesentlich beeinflusst, betonte Nintendo. Das neue Spiel der Reihe "Animal Crossing" legte in der Corona-Zeit den bisher besten Start eines Switch-Games mit 13,4 Millionen Verkäufen in sechs Wochen hin.

Animal Crossing von Nintendo

Animal Crossing: Ein Riesenhit bei den Zockern. | Bildquelle: Unternehmen

Es kommen auch wieder schlechtere Tage

Auch Umsatz und Gewinn stiegen in dem üblicherweise nach Weihnachten eher schlechten Quartal deutlich. Nintendo schloss danach das Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus von neun Prozent auf 1,3 Billionen Yen (11,3 Milliarden Euro) ab. Der Gewinn sprang sogar um ein Drittel auf knapp 257 Milliarden Yen (2,25 Milliarden Euro) hoch.

Für das angebrochene Geschäftsjahr rechnet Nintendo nun allerdings wieder mit gut acht Prozent weniger Umsatz und einem Gewinnrückgang von 22 Prozent. Ein Grund ist, dass die Krise die Kaufbereitschaft dämpft. Im Geschäft mit Smartphone-Apps, in das Nintendo sich nur sehr vorsichtig vorwagt, um die Konsolen-Verkäufe nicht zu beeinträchtigen, legten die Erlöse im vergangenen Jahr um elf Prozent auf gut 51 Milliarden Yen (446 Millionen Euro) zu.

Von der Konsole Switch setzte Nintendo unterdessen seit dem Marktstart vor drei Jahren insgesamt 55,7 Millionen Geräte ab - was auch eine wichtige Basis für weitere Spieleverkäufe ist.

Was hat ValueAct vor?

Die Nintendo-Aktie profitiert von den guten Jahreszahlen und legt um mehr als drei Prozent auf rund 408 Euro zu. Im April 2019 hatte der aktivistische Investor ValueAct Capital begonnen, sich bei Nintendo einzukaufen. Die Beteiligung habe nun einen Wert von 1,1 Milliarden Dollar, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Nintendo habe eine helle Zukunft vor sich, so der Investor. Es gebe Wachstumspotenzial sowohl im Software-Geschäft als auch bei einer Transformation in einen breiter aufgestellten Unterhaltungskonzern. Man sei im Dialog, ließ das Nintendo-Management wissen.

ts

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Im Jahr 1889 beginnt Fusajiro Yamauchi in Kyoto mit der Herstellung von "Hanafuda" (Blumen-Karten), japanischen Spielkarten. 1902 werden in Japan die ersten Spielkarten nach westlicher Art für den Export produziert.