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Quartalszahlen vorgelegt Nike wieder in der Spur

Stand: 26.09.2018, 07:02 Uhr

Nike-Anleger haben in diesem Jahr allen Grund zur Freude, hat doch der Sportartikelhersteller seine Wachstumsdelle überwunden. Auch im ersten Geschäftsquartal sprintete das Unternehmen voran - trotz seines umstrittenen Werbegesichts.

In den drei Monaten bis Ende August legten die Umsätze im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 9,95 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn machte gar einen Sprung um 15 Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar.

Im US-Heimatmarkt, wo der Konzern zeitweise unter der starken Konkurrenz litt und erst im Vorquartal die Umsatzwende geschafft hatte, nahmen die Erlöse um sechs Prozent zu. Wachstumstreiber bleibt jedoch das internationale Geschäft - besonders in Asien und Lateinamerika war die Nachfrage zuletzt hoch.

Werbegesicht Kaepernick schadet Nike nicht

Nike-Chef Mark Parker zeigte sich zufrieden und strich vor allem Produktinnovationen und Fortschritte in der digitalen Vermarktung als Erfolgsfaktoren heraus. Auch zeigt das Ergebnis, dass dem Adidas-Konkurrenten die umstrittene Werbekampagne mit Colin Kaepernick alles andere als geschadet hat.

Der Footballspieler hatte sich einst geweigert, aus Protest gegen die Polizeigewalt gegen Schwarze, beim abspielen der Nationalhymne aufzustehen - was den Zorn von Präsident Donald Trump auf sich zog. Er beschimpfte Kaepernick als "Hurensohn".

Höhere Kosten

Nike: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Nike hat das neue Werbegesicht nicht geschadet. Allerdings sind dem Unternehmen wegen der aufwändigen Marketing-Kampagnen höhere Kosten entstanden. Dennoch habe man stärkeres Wachstum und höhere Erträge geliefert als zu Beginn des Geschäftsjahres angenommen, sagte Finanzvorstand Andy Campion.

Obwohl die Quartalszahlen die Erwartungen der Wall-Street-Analysten insgesamt übertrafen, reagierten Anleger zunächst verhalten. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel nach Quartalszahlen 3,6 Prozent, nachdem sie erst am Freitag auf ein Rekordhoch gestiegen war. Im bisherigen Jahresverlauf hat der Kurs indes bereits um rund 36 Prozent zugelegt, so dass die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen günstig wäre.

Prognose enttäuscht

Laut Matthew Boss von JPMorgan hat Nike zwar ein solides Geschäftsquartal per Ende August abgeliefert. Die Prognose des Lifestyle-Konzerns für den Gewinn je Aktie im laufenden Quartal sei jedoch um ein Fünftel hinter der Konsensprognose zurückgeblieben.

lg