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Gewinnrückgang beim Adidas-Rivalen Nike hat zu kämpfen

Stand: 22.12.2017, 08:23 Uhr

Der US-Turnschuhriese muss sich auf seinem Heimatmarkt ganz schön strecken. Dort schrumpft das Geschäft. Ausgerechnet Amerika: Es ist der wichtigste Markt für den Adidas-Rivalen. Aber dafür läuft es in Europa und China großartig.

Die Quartalszahlen sehen blamabel aus. In den drei Monaten bis Ende November schrumpfte Nikes Überschuss um neun Prozent auf 767 Millionen Dollar, was rund 646 Millionen Euro entspricht. Schon im vorhergehenden Quartal war der Gewinn kräftig gesunken.

Zwar konnte der amerikanische Sportartikelhersteller seinen Umsatz dank guter Geschäfte im Ausland um fünf Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar steigern. Doch wegen höherer Ausgaben und geringerer Gewinnspannen blieb weniger in der Kasse.

Vor allem in Nordamerika, wo Nike einen Großteil der Einnahmen erzielt, laufen die Geschäfte schlecht. Hier sanken die Erlöse um fünf Prozent. Der Konzern kämpft mit scharfer Konkurrenz durch den kleineren Wettbewerber Under Armour, insbesondere aber durch den wiedererstarkten Rivalen Adidas.

Nike-Aktie im Sprint

An der Börse wird die Bilanz allerdings weniger dramatisch beurteilt. Schließlich Investoren waren gewarnt, weil Nike zuletzt nur mit starken Rabatten seine Sneaker los wurde. Entsprechend hatten Analysten mit einem Gewinneinbruch von einem Fünftel gerechnet. Die nachbörsliche Reaktion auf die Quartalszahlen war daher positiv, die Aktie legte mehr als vier Prozent zu. Zuletzt hatte sie im ewigen Duell mit Adidas auch deutlich aufgeholt.

Von Bankenseite kam denn auch positve Resonanz. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hob das Kursziel für Nike von 59 auf 62 US-Dollar und erneuerte seine "Neutral"-Bewertung. Die Eckdaten des US-Sportartikelkonzerns hätten dank des starken internationalen Geschäfts ihre Erwartungen übertroffen, schrieb Analystin Lindsay Drucker Mann in einer am Freitag vorliegenden Studie. Allerdings habe die Entwicklung im wichtigen nordamerikanischen Absatzmarkt enttäuscht. Sie hob ihre ihre Prognosen für den Gewinn je Aktie (EPS) für die Geschäftsjahre 2018/19 und 2019/20 leicht an.

China und Europa obenauf

Nike tut sich nur in Amerika schwer. In China lief es dagegen gut. Dort legten die Verkäufe um 16 Prozent zu. In Europa verbuchte Nike sogar ein Plus von 19 Prozent.

Die Amerikaner sind auch nicht untätig. Nike hatte Mitte Juni Pläne bekanntgegeben, seine Unternehmensstruktur zu vereinfachen und Stellen zu streichen. Außerdem will der US-Konzern seine Geschäftsfelder reduzieren und die Zahl der Schuhmodelle um 25 Prozent verringern. Alles geeignet, um die Kosten im Zaum zu halten.

bs

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