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Aktie bricht ein New Work nicht gut genug?

Stand: 13.08.2019, 11:50 Uhr

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen zum abgelaufenen Quartal beim Business-Netzwerk (ehemals Xing) nicht schlecht aus. Die Aktie aus dem SDax verliert am Dienstag allerdings dennoch zweistellig. Erklärungsversuche gibt es mehrere.

Bis zu 14 Prozent stand die Aktie am Dienstagvormittag zum Teil im Minus, ein herber Schlag ins Kontor. Der Chart des erfolgsverwöhnten Papiers hat damit einen herben Zacken nach unten erhalten. Mit derzeit 288 Euro notiert der Titel um rund 20 Prozent unter seinem Rekordhoch aus dem Juni dieses Jahres.

Händler kommentierten den Kursrutsch am Vormittag mit dem Hinweis, dass in der Aktie von New Work generell eher niedrige Umsätze zu verzeichnen seien, eine größere Verkaufsorder könne damit bereits einen Kursrutsch auslösen.

Zu hoch bewertet

Im Vorfeld der Zahlen hatten aber einige Analysten auf die inzwischen recht hohe Bewertung der Aktie hingewiesen. An der Börse ist New Work trotz des heutigen Kurseinbruchs noch immer mit mehr als 1,6 1,6 Milliarden Euro bewertet. Offenbar hat der ein oder andere Investor nun die Zahlen genutzt, um mit seinen Gewinnen erst einmal Kasse zu machen.

Analyst Patrick Schmidt von Warburg Research wies darauf hin, dass die jüngste Akquisition Honeypot bislang nur wenig zum Umsatz beigetragen habe. Überhaupt müssten sich die Geschäfte im zweiten Halbjahr beschleunigen, damit das Netzwerk die Konsensprognose eines Umsatzes von 280 Millionen Euro in diesem Jahr erreicht.

Schwäche im Privatkundenbereich?

Die Analysten von Pareto Securities erklärten, dass die Profitabilität im Endkunden-Geschäft unter einer "Umverteilung geplanter Investitionen" gelitten habe. Der Umsatz stieg in diesem Segment im ersten Halbjahr um vier Prozent und somit weit weniger stark als in den anderen Geschäftsbereichen wie dem Firmenkundengeschäft.

Das Karrierenetzwerk hat seinen Umsatz im zweiten Quartal um knapp 18 Prozent auf 65,5 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um etwas mehr als 18 Prozent auf 22 Millionen Euro zu. Netto verdiente man nach 9,2 Millionen Euro im Vorjahr nun 9,8 Millionen Euro. New Work mit dem Hauptgeschäft, Xing, gehört inzwischen mehrheitlich dem Medienkonzern Burda.

Die Prognosen bei New Work bleiben indes bestehen. Im laufenden Jahr will man beim Umsatz und operativen Ergebnis zweistellig zulegen - Wachstumstreiber soll dabei weiter die Unternehmenskundensparte sein. Hier profitiert das Karrierenetzwerk unter anderem vom Fachkräftemangel, wegen dem viele Unternehmen Unterstützung bei Portalen wie Xing suchen.

AB