Solarworld-Gründer Frank Asbeck halb von Solarmodul verdeckt

Nach der Insolvenz Neustart von Asbeck bei Solarworld?

Stand: 07.08.2017, 13:18 Uhr

Kann das sein? Nach Angaben der IG Metall gibt es Hinweise darauf, dass Solarworld-Gründer Frank Asbeck mit zwei Standorten des insolventen Konzerns einen Neustart des Unternehmens versuchen will. Doch Vorsicht: Die Aktionäre dürften dabei leer ausgehen.

Bei den Sozialplanverhandlungen für die Beschäftigten der Solarworld-Fabrik im thüringischen Arnstadt habe es Indizien dafür gegeben, dass Asbeck zu der Investorengruppe gehören könnte, die die Werke in Arnstadt und im sächsischen Freiberg vom Insolvenzverwalter übernehmen wolle, sagte der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Erfurt, Kirsten Joachim Breuer, am Sonntag.

Asbecks Name sei im Zusammenhang mit der neuen Gesellschaft aufgetaucht, die die beiden Standorte mit 450 der zuletzt 1.650 Beschäftigten betreiben wolle. Der ehemalige Vorstandschef der insolventen Solarworld AG war Ende vergangener Woche auch in Medienberichten im Zusammenhang mit der Investorengruppe gehandelt worden, mit der Insolvenzverwalter Horst Piepenburg derzeit verhandelt. Ein Sprecher Piepenburgs hatte dazu keine Angaben gemacht. "Mit allen ernsthaften Interessenten ist Vertraulichkeit vereinbart worden", sagte er.

Vorsicht bei der Aktie!

Solarworld: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Die Aktie des insolventen Unternehmens vollführte am Montagmorgen einen Freudensprung, der allerdings höchstwahrscheinlich substanzlos ist: Denn die Investorengruppe plant nicht den Kauf der AG, sonderen will die Werke aus der Insolvenzmasse herauskaufen. Für die Aktionäre dürfte dabei nichts übrig bleiben.

Standort Arnstadt steht heute im Fokus

Um die Zukunft der noch knapp 700 Beschäftigten in der Arnstädter Fabrik des insolventen Solartechnik-Herstellers Solarworld geht es am Montag um 12 Uhr. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung und der IG Metall sollen die Grundzüge eines Sozialplans vorgestellt werden. Danach sollen von einer Investorengruppe 180 Arbeitsplätze in dem Werk erhalten werden, das die Solarworld AG vor drei Jahren vom Bosch-Konzern übernahm. Etwa 500 Arbeitnehmer in Arnstadt müssten damit ein Übernahmeangebot in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft erhalten, sagte Kirsten Joachim Breuer. Zudem äußerte er Skepsis, dass das Solarworld-Werk in Arnstadt mit 180 Arbeitnehmern überhaupt betrieben werden kann.

Solarworld kämpft seit Jahren

Die Solarworld AG hatte am 11. Mai Insolvenz angemeldet. Am 1. August war das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Bonner Konzerns eröffnet worden. Das Unternehmen kämpfte in den letzten Jahren mit dem Preisverfall für Solarmodule und schreibt seit 2011 rote Zahlen. 2016 türmte sich ein Verlust von 92 Millionen Euro auf. Frank Asbeck gab der Konkurrenz aus China die Schuld. Als zusätzliche Last erwies sich die Niederlage im Gerichtsprozess mit dem US-Siliziumlieferanten Hemlock. Ein US-Gericht hatte Solarworld auf die Zahlung von 700 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt. Leidtragende sind - neben den Mitarbeitern - die Aktionäre des Unternehmens, denn der Solartitel ist seit Jahren im Niedergang.

kp/dpa

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Aufstieg und Niedergang von Solarworld Chronologie

Frank Asbeck, Solarworld, 2002

Frank Asbeck, der "Sonnenkönig"
Kopf von Solarworld ist Frank Asbeck. Der "Grünen"-Politiker und Diplom-Landwirt, der wegen seiner selbstherrlichen Auftritte auch "Sonnenkönig" genannt wird, gründete das Unternehmen 1998 und brachte es ein Jahr später an die Börse.